Sommerferien in der Schweiz sind möglich — aber: Tourismus normalisiert sich erst 2022

Das Seco geht für dieses Jahr von einem Umsatzeinbruch im Tourismus bis zu 35 Prozent aus. Trotzdem soll für die Tourismusbranche ab dem 8. Juni viel möglich sein — solange die Lockerungen nun gut verlaufen.

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Die Hoffnung auf Strandferien diesen Sommer schwinden. Dafür rufen die Berge. (Symbolbild)

Die Hoffnung auf Strandferien diesen Sommer schwinden. Dafür rufen die Berge. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Wegen des Coronavirus verzeichne der Tourismus derzeit einen Nachfragerückgang von rund 80 Prozent, sagt Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung beim Seco, an der Medienkonferenz des Bundes vom Montag. Der Tourismus werde sich zwar im Laufe dieses Jahres zögerlich erholen. Das Seco rechnet aber erst in den nächsten zwei Jahren mit einer vollständigen Normalisierung.

Strandferien scheinen in die Ferne zu rücken. Doch immerhin: Sommerferien in der Schweiz sollen möglich gemacht werden, sagt Jakob. So plant Tourismus Schweiz derzeit ein Impulsprogramm zur Angebots- und Nachfrageförderung. Allgemein soll für die Schweizer Tourismusbranche ab dem 8. Juni wieder viel möglich sein, sofern die Lockerungen, die heute in einer ersten Phase gestartet sind, gut verlaufen. Die Öffnung der Gastrobetriebe ab dem 11. Mai ist laut Jakob in Prüfung.

Grosseltern und Enkel: Umarmen ja, Hüten nein

Nebst dem Tourismus drängten sich an der Medienkonferenz auch viele Fragen bezüglich der Enkelkinder auf, nachdem COVID-19-Experte Daniel Koch die Aussage machte, Grosseltern dürften ihre Enkel wieder umarmen. Trotzdem sei es aber nach wie vor nicht angebracht, dass ältere Personen den Hütedienst übernehmen.

Die Gefahr, dass vor allem jüngere Kinder das Virus übertragen können, sei sehr klein, sagt Koch. Er beruft sich bei seiner Aussage auf diverse Studien, nach denen Kinder praktisch nicht infiziert werden und das Virus nicht weitergeben. Wenn die Kinder aber zum Hütedienst gebracht und wieder abgeholt werden, geraten die Grosseltern in Kontakt mit den Eltern. Laut Koch berge diese Durchmischung von Generationen die Gefahr der Übertragung. 

Koch betont zudem, dass die Fallzahlen weiterhin sinken. Erfreulich sei ebenfalls, dass weniger Infizierte gestorben sind als noch vergangene Woche. Nun gelte es, den ersten Schritt der Lockerung zu analysieren und weiterhin die Hygiene- und Abstandsvorschriften einzuhalten.