Stadt Luzern will ab nächstem Jahr Kinder und junge Erwachsene gratis einbürgern

Luzerns Stadtregierung hat die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren keine Einbürgerungsgebühren an die Stadt mehr bezahlen müssen.

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Die Stadt Luzern will ab kommendem Januar die städtischen Einbürgerungsgebühren für unter 25-Jährige streichen.

Die Stadt Luzern will ab kommendem Januar die städtischen Einbürgerungsgebühren für unter 25-Jährige streichen.

Manuela Jans

(agl) Heute bezahlen unter 25-Jährige der Stadt Luzern im Schnitt 1700 Franken für ihr Einbürgerungsgesuch. Damit soll ab dem 1. Januar 2021 Schluss sein, wie der Stadtrat am Montag in einer Mitteilung schreibt. Mit dem Gebührenerlass sollen die Hürden zur Einbürgerung von jungen Ausländerinnen und Ausländern gesenkt werden. Gerade für hier aufgewachsene Jugendliche und junge Erwachsene sei es oft frustrierend, von den politischen Rechten ausgeschlossen zu sein, heisst es in der Mitteilung.

Heute sei knapp ein Viertel der Stadtluzerner Bevölkerung nicht im Besitz des Schweizer Bürgerrechts. Dies, obwohl viele dieser Personen hier zur Welt gekommen sind. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass die Staatsbürgerschaft den Integrationsprozess anrege, heisst es weiter.

Der Stadtrat setzt mit dem Gebührenerlass eine Motion von SP/Juso, Grünen/Jungen Grünen und GLP um. Diese hatte das Stadtparlament Anfang letzten Jahres überwiesen. Die bürgerlichen Fraktionen hatten an der damaligen Sitzung mehrheitlich gegen die Überweisung gestimmt. Der Grosse Stadtrat wird an seiner Sitzung vom 22. Oktober über die Vorlage des Stadtrats befinden.

120'000 Franken weniger Gebühreneinnahmen

Insgesamt wird der Gebührenerlass die Stadt jährlich rund 120'000 Franken kosten. Allfällige Gebühren von Bund und Kanton Luzern werden für die Einbürgerungswilligen jedoch weiterhin anfallen. Allerdings: Seit wenigen Jahren können sich Kinder und Jugendliche der dritten Generation erleichtert einbürgern lassen. Diese Einbürgerungen laufen direkt über den Bund und kosten 250 Franken.

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