Stiftung Freiheit und Menschenrechte
Friedensaktivistin Nusreta Sivac für ihre Verdienste geehrt

Der diesjährige Preis der Schweizerischen Stiftung für Freiheit und Menschenrechte geht an Nusreta Sivac. Die Friedensaktivistin setzt sich für die Rechte der Opfer in Bosnien und Herzegowina ein.

Drucken
Teilen
Friedensaktivistin Nusreta Sivac erhält den diesjährigen Freiheits- und Menschenrechtspreis der Schweizerischen Stiftung für Freiheit und Menschenrechte. (Archivbild)

Friedensaktivistin Nusreta Sivac erhält den diesjährigen Freiheits- und Menschenrechtspreis der Schweizerischen Stiftung für Freiheit und Menschenrechte. (Archivbild)

Keystone

Die Stiftung für Freiheit und Menschenrechte mit Sitz in Bern hat am Sonntagabend ihren Freiheits- und Menschenrechtspreis verliehen. Die diesjährige Auszeichnung geht an Nusreta Sivac, eine Friedensaktivistin aus Bosnien-Herzegowina.

Nusreta Sivac wurde 1951 geboren und wuchs in Prijedor in der damals zu Jugoslawien gehörenden Teilrepublik Bosnien-Herzegowina auf. Noch heute lebt sie in der Stadt, die in der Republika Srpska liegt, eine Entität des Staates Bosnien-Herzegowina. Nach ihrem Studium amtete sie in ihrer Heimat als Richterin, bis ihr das im April 1992 nach dem Ausbruch des Krieges verboten wurde. Anfang Juni 1992 wurde sie verhaftet und in das berüchtigte Gefangenenlager Omarska gebracht, wie Laudator Christoph Flügge am Sonntag gemäss Redetext sagte.

Die Wahrheit über Kriegsverbrechen

Als sie schliesslich entlassen wurde, konnte sie sich Ende 1992 nach Kroatien durchschlagen und wurde dort in einer Frauenvereinigung von Bosnien-Herzegowina aktiv. «Nusreta Sivac geht es in erster Linie darum, die Wahrheit über die Kriegsverbrechen, die in Bosnien-Herzegowina begangen wurden, und insbesondere die Haftbedingungen und die Folter in den Gefangenenlagern in der Öffentlichkeit bekannt zu machen», sagte der ehemalige Staatssekretär in seiner Laudatio.

Sivac sagte in mehreren Verfahren des Jugoslawien-Tribunals der Vereinten Nationen in Den Haag aus. Damit habe sie wesentlich dazu beigetragen, dass in den Urteilen des Tribunals erstmals in der Rechtsgeschichte Sexualverbrechen als Kriegsverbrechen anerkannt wurden – «ein juristischer Meilenstein». Auch für diesen Mut und ihre Beharrlichkeit werde ihr der diesjährige Freiheits- und Menschenrechtspreis verliehen, sagte Flügge.

Auszeichnung als Ansporn

Nusreta Sivac, die nicht persönlich vor Ort sein konnte, bedankte sich gemäss Redetext für die «grosse Ehre und Freude». Die Auszeichnung sei für sie eine Verpflichtung und ein Motiv, ihr 30-jähriges Engagement für Friede und Gerechtigkeit weiterzuführen.

«Wahrer und gerechter Frieden in Bosnien und Herzegowina kann nur über die Aufarbeitung der Vergangenheit entstehen, indem man die Rechte der Opfer schützt und die Täter von Kriegsverbrechen sanktioniert», sagte sie. So könne sich unsere Gesellschaft vom Kriegserbe befreien und den Weg für eine europäische Zukunft ebnen. (abi)

Aktuelle Nachrichten