Swatch zieht Weko-Entscheid ans Bundesverwaltungsgericht weiter

Der Bieler Uhrenhersteller zieht den umstrittenen Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) weiter. Dabei geht es um einen vorübergehenden Lieferstopp der Swatch-Tochter ETA.

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Im Streit um den vorübergehenden Lieferstopp ruft Swatch nun das Bundesverwaltungsgericht an.

Im Streit um den vorübergehenden Lieferstopp ruft Swatch nun das Bundesverwaltungsgericht an.

Keystone

(rwa) Im Dezember hatte die Weko ein Lieferverbot über die ETA verhängt. Das Unternehmen darf vorläufig keine mechanischen Uhrwerke an Dritte liefern. Am 20. Januar hat Swatch nun gegen die Verfügung Beschwerde eingereicht, wie der Uhrenhersteller am Mittwoch auf Anfrage von CH Media erklärte. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur AWP darüber berichtet.  

Im Rahmen einer einvernehmlichen Regelung von 2013 hatte sich die Swatch Group freiwillig verpflichtet, mechanische Uhrwerke zu liefern. Wobei die zu liefernden Mengen jedes Jahr reduziert wurden. So sollte Raum entstehen, den neue Wettbewerber füllen. Auf diese Weise würde in der Herstellung von mechanischen Uhrwerken ein echter Wettbewerb entstehen.

Zuvor hatte die ETA historisch bedingt laut Weko eine marktbeherrschende Stellung. Sie hätte kleinen und mittleren Betrieben die Existenzgrundlage entzogen, wenn sie ihnen die Lieferung verweigert, da es keine Alternativen zur ETA gab.

Weko entscheidet im Sommer definitiv

Ende 2019 hätte die einvernehmliche Regelung auslaufen sollen. Nach Ansicht von Swatch-Chef Nick Hayek wäre sein Unternehmen dann frei gewesen in der Wahl der Kunden. Die Weko argumentiert, sie habe immer darauf hingewiesen: Bevor sie die ETA aus der Lieferpflicht entlasse, müsse sie untersuchen, ob der Wettbewerb spiele.

Bis diese Abklärungen abgeschlossen sind, gilt eine vorsorgliche Massnahme, welche die Weko im Dezember veröffentlicht hatte. Die ETA soll ihre Lieferungen vorübergehend aussetzen. Voraussichtlich wird die Weko im Sommer 2020 endgültig entscheiden, wie es weitergehen soll. Um den vorübergehenden Lieferstopp ist nun der Streit entbrannt.