Tessiner Gemeindewahlen wegen Corona-Virus auf 2021 verschoben

Der Tessiner Staatsrat verschiebt die Gemeindewahlen wegen des Corona-Virus um ein Jahr auf April 2021. Ursprünglich hätten die Wahlen am Sonntag in zwei Wochen stattfinden sollen. 

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Die Tessiner Bevölkerung wird erst nächstes Jahr in den Gemeindewahlen abstimmen können. (Symbolbild)

Die Tessiner Bevölkerung wird erst nächstes Jahr in den Gemeindewahlen abstimmen können. (Symbolbild)

Keystone

(gl/dpo) Angesichts der Corona-Krise hat der Tessiner Staatsrat heute Mittwoch entschieden, die auf 5. April 2020 festgesetzten Gemeindewahlen nicht durchzuführen. Das Wahlmaterial war bereits an die Stimmberechtigten verschickt worden. «Die Schwierigkeiten dieses Moments erlauben keinen ungetrübten Wahlverlauf», begründete der Staatsrat den Entscheid.

Die Gemeindewahlen im Tessin werden auf April 2021 verschoben, wie der kantonale Justizdirektor Norman Gobbi im Rahmen einer Online-Medienkonferenz in Bellinzona erklärte. «Es war ein schwieriger Entscheid», sagte Gobbi. Dem Entscheid war ein Treffen mit Vertretern der politischen Parteien sowie der Gemeinden vorausgegangen.

Nicht betroffen sind Gemeinden, in denen stille Wahlen stattfinden, das heisst die Stimmbürger nicht an die Urne gehen. Dort sind die Kandidatinnen und Kandidaten gewählt und können ihr Amt antreten. Für die beiden neuen Fusionsgemeinden Verzasca und Tresa behält sich der Staatsrat vor, im Oktober 2020 Wahlen anzusetzen. Ein entsprechender Entscheid soll im Sommer gefällt werden.

Gemeindepräsident von Chiasso ist infiziert

Derweil hat auch der Tessiner Grosse Rat entschieden, die nächste Plenarsitzung Anfang April abzusagen und die Arbeit der vorberatenden Kommissionen auszusetzen. Das Tessin hat am 11. März als erster Kanton wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen sowie inzwischen Geschäfte und Beizen geschlossen.

Die Anzahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Tessin ist seit dem 25. Februar auf 422 gestiegen, 10 sind verstorben. Unter den Neuinfizierten befindet sich auch der Gemeindepräsident von Chiasso, Bruno Arrigoni, wie dieser heute selbst via Facebook publik machte.