Tessiner Städte heben Schulpflicht auf und bieten für Schüler Ersatzprogramm

Lugano und Locarno heben die Schulpflicht ab Freitag bis vorläufig am 29. März auf. Die Gemeindeschulen werden jedoch nicht geschlossen. In den grossen Tessiner Städten wird ein Basisbetrieb aufrecht erhalten.

Hören
Drucken
Teilen
Luganos Stadtpräsident Marco Borradori. (Archivbild)

Luganos Stadtpräsident Marco Borradori. (Archivbild)

TI-Press/Keystone

(lo) Damit könnten Familien, die keine Betreuungsmöglichkeiten haben, ihre Kinder weiterhin in die Schule schicken, informierte Marco Borradori, der Stadtpräsident von Lugano, am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Dieser Entscheid solle nicht als Misstrauensvotum gegenüber den Tessiner Behörden gewertet werden. Der Kanton hatte am Mittwoch angeordnet, dass die obligatorischen Schulen nicht geschlossen werden, sondern nur die postobligatorischen Schulen.

Laut Borradori ist der Druck von Seiten der Eltern aber derart gross, so dass sich die nun gefundene Lösung aufgedrängt habe. Zugleich habe man festgestellt, dass immer mehr Kinder nicht mehr in die Schule geschickt würden. Ein weiteres Problem sei der Mangel an Lehrern, die teilweise krankgeschrieben seien. Im Moment sei es unmöglich, Ersatz für die fehlenden Lehrkräfte zu finden.

Bestehen bleibt dagegen vorläufig der Schulbetrieb in den Tessiner Oberstufen. Die sogenannte Scuola media untersteht nämlich dem Kanton.