Keine höheren Billetpreise wegen Corona – aber das Studenten-GA wird abgeschafft

Trotz Milliardenausfälle wegen des Lockdowns verzichten die ÖV-Anbieter auf eine Preiserhöhung. Junge Grüne Schweiz, Konsumentenschutz und der Preisüberwacher sind dennoch unzufrieden.

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Leere Bahnwagen waren in der Coronakrise eher die Regel als die Ausnahme. Den ÖV-Betreibern entgingen zwei Drittel der Umsätze.

Leere Bahnwagen waren in der Coronakrise eher die Regel als die Ausnahme. Den ÖV-Betreibern entgingen zwei Drittel der Umsätze.

Keystone

(rwa/wap) Um Kundinnen und Kunden den öffentlichen Verkehr nach der Corona-Krise wieder schmackhaft zu machen, passt die Branche ihr Angebot an. Am Mittwoch präsentierte die Branchenorganisation Alliance SwissPass ihre Strategie: Eingeführt wird eine GA-Monatskarte, die kein Halbtax-Abo benötigt. Wer unter 25 Jahre alt ist und ein Jahres-GA kauft, erhält einen Rabatt von 500 Franken. Allerdings fällt das GA für Studierende weg, das rund 1200 Franken günstiger ist als das Erwachsenen-GA. Wer ein Studenten-GA besitzt, wird einmalig mit 500 Franken entschädigt.

Dagegen wehren sich die Jungen Grünen Schweiz. Sie bezeichnen den Entscheid als katastrophal, da der ÖV für die Studierenden damit weniger attraktiv werde als das Auto. Sie starteten deshalb am Mittwoch eine Petition zur Rettung des Studi-GA.

Meierhans und Konsumentenschutz fordern Preissenkung

Der Preisüberwacher Stefan Meierhans und die Stiftung für Konsumentenschutz begrüssen einige der getroffenen Massnahmen, aber insgesamt zeigen sie sich enttäuscht. Wirklich innovative Ideen seien nicht auszumachen, schreibt der Konsumentenschutz in einer ersten Reaktion. Preisüberwacher Meierhans schreibt in seinem Blog, dass er mehr erwartet hätte. Er hält den Grossteil der Massnahmen entweder für überfällig oder kosmetischer Natur. Statt in ein SpaceX zu steigen, habe man lieber die Kutsche poliert, so Meierhans.

Zudem erwarten sowohl der Preisüberwacher als auch der Konsumentenschutz, dass die Trassenpreissenkung von 90 Millionen Franken im nächsten Jahr in Form von günstigeren Preisen an die Konsumenten weitergegeben wird.

Entlastung für Familien

Günstiger wird das Reisen für Familien und Hundebesitzer: Kinder bis zum 6. Geburtstag reisen ab nächstem Jahr gratis. Bis zum Alter von 16 Jahren kostet eine Tageskarte für die ganze Schweiz neu 19 Franken. In den Genuss besserer Preise kommen auch Hunde. Das bisherige Hunde-GA (Kostenpunkt: 805 Franken) wird durch einen Hunde-Pass ersetzt, der 350 Franken kostet.