Viel Arbeit, wenig Ertrag: Bauerngewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen

Die Bauerngewerkschaft Uniterre fordert, dass die Landwirtschaft dem Arbeitsgesetz unterstellt wird. Somit könnten Arbeitsstunden und Löhne von Schweizer Bäuerinnen und Bauern künftig festgelegt werden.

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Zur Spargelernte beispielsweise sind Schweizer Bäuerinnen und Bauern auf ausländische Arbeiter angewiesen. (Symbolbild)

Zur Spargelernte beispielsweise sind Schweizer Bäuerinnen und Bauern auf ausländische Arbeiter angewiesen. (Symbolbild)

Bild: Keystone

(sku) Wegen der Coronakrise drohte in diesem Jahr ein Ausfall ausländischer Arbeiter auf Schweizer Feldern. Konsumentinnen und Konsumenten machten sich Sorgen, ob sie trotzdem noch zu frischem Spargel oder saftigen Erdbeeren kommen. Dass der befürchtete Mangel für viele Schweizer Betriebe existenziell sein könnte, kümmerte laut der Westschweizer Bäuerinnen- und Bauerngewerkschaft Uniterre jedoch nicht viele.

Allgemein würde die Schweizer Landwirtschaft leiden, sagte Uniterre-Generalsekretär Mathias Stalder am Montag an einer Pressekonferenz in Bern laut Redetext. Obwohl die Arbeitsbelastung hoch sei, litten viele Schweizer Bäuerinnen und Bauern unter hoher Verschuldung – ausgelöst durch den Druck auf die Konsumentenpreise von Grossproduzenten wie Coop oder Migros. Die Angestellten werden deswegen schlecht behandelt und die kantonalen Unterschiede in der Gesetzgebung bezüglich der Beschäftigung in der Landwirtschaft sind gross. So jedenfalls lautete das Fazit einer im Auftrag von Uniterre von der Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft Agrisodu erstellten und am Montag präsentierten Studie.

Wöchentliche Arbeitszeit von 45 Stunden für Bauern

Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, fordert Uniterre darum, dass die Landwirtschaft dem Arbeitsgesetz unterstellt wird. Mit diesem Schritt sollen einerseits eine wöchentliche Arbeitszeit von 45 Stunden und andererseits verpflichtende Löhne festgelegt werden. Trotz einer Arbeitszeit von knapp 60 Stunden pro Woche verdiene der durchschnittliche Bauer heute nämlich rund 2000 Franken weniger als der schweizerische Medianlohn.

Grünen-Nationalrätin Meret Schneider (ZH) kündigt laut Mitteilung an, die Frage der Aufnahme der Landwirtschaft ins Arbeitsgesetz mit einem Vorstoss im Parlament thematisieren zu wollen.