Viele Einreisende melden sich nicht — BAG warnt: «Wir werden stärker kontrollieren»

Das BAG setzt weiterhin auf die Quarantänepflicht für Einreisende und appelliert an die Bevölkerung. Die derzeitige Zahl der Personen in Quarantäne bilde aber nicht die Gesamtheit der nötigen Fälle ab.

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Wer aus einem Land mit hohen Fallzahlen zurück in die Schweiz reist, muss sich in eine zehntägige Quarantäne begeben.

Wer aus einem Land mit hohen Fallzahlen zurück in die Schweiz reist, muss sich in eine zehntägige Quarantäne begeben.

Keystone

(sku) Die Fallzahlen steigen, das BAG empfiehlt den Kantonen nun gar, eine allgemeine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen einzuführen.
Aktuell seien etwa zehn Prozent der Fälle in der Schweiz auf Reisen ins Ausland zurückzuführen, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit des Bundesamts für Gesundheit (BAG), an der Medienkonferenz vom Donnerstag. Gegen 9000 Personen hätten sich nach der Rückkehr in Quarantäne begeben. Das sei gut, es bilde aber nicht die Gesamtheit der nötigen Quarantänefälle ab. «Wir werden strenger kontrollieren», kündigte Mathys an. Alternative Massnahmen will das BAG derzeit aber nicht ergreifen.

Deutschland und Österreich wollen Corona-Schnelltests an Flughäfen für alle Einreisenden einführen. Die Schweiz wird diese vorerst nicht einführen. «Wir haben das Gefühl, das hätte keinen zusätzlichen Nutzen», sagte Mathys zur Begründung. Ein Grossteil dürfte sich bei der Rückreise in die Schweiz in einem frühen Stadium der Infektion befinden. Dann sei ein Nachweis mit grösster Wahrscheinlichkeit negativ. Deshalb könne ein negativer Test die Quarantänepflicht auch nicht ersetzen. «Wir lassen uns aber die Option offen, diese Massnahme zu etablieren», sagte Mathys.

Dass die Quarantänepflicht angebracht ist, findet auch der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri. In Zug seien vor Kurzem drei Personen in Quarantäne positiv getestet worden. Laut Hauri zeigt das den Sinn der harten Massnahme. Die Kantone seien derzeit stark gefordert — auch was das Contact Tracing angehe. Obwohl die Kantone ihre Systeme ausgebaut hätten, kämen sie mit den stark steigenden Fallzahlen schnell an ihre Grenzen. Man sei deshalb dringend auf die Mitarbeit der Betroffenen angewiesen.