Waadt
Kampf der SP-Giganten: Maillard und Nordmann wollen in den Ständerat

In der Waadt kommt es zum Kampf der SP-Giganten: Fraktionschef Nordmann und Gewerkschafts-Boss Maillard wollen in den Ständerat. Für einen der beiden bedeutet ein Nein wohl das politische Aus.

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Wollen in der Waadt für die SP ins Stöckli: Nationalrat und Gewerkschafts-Präsident Pierre-Yves Maillard und Fraktionschef Roger Nordmann (r.).

Wollen in der Waadt für die SP ins Stöckli: Nationalrat und Gewerkschafts-Präsident Pierre-Yves Maillard und Fraktionschef Roger Nordmann (r.).

Bilder: Keystone / Montage: CHM

Nationalrat Pierre-Yves Maillard will in den Ständerat wechseln. Das kündet der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) am Samstag in der Zeitung «24 Heures» an. Damit ist nun auch offiziell klar, dass es in der SP Waadt in gut einem Monat zum Kampf der Giganten kommen wird. Denn nebst dem ehemaligen Regierungsrat und SGB-Präsidenten hat auch Roger Nordmann bereits im Oktober sein Interesse an einer Ständeratskandidatur angekündigt. Wie Maillard sitzt auch Nordmann im Nationalrat und präsidiert zudem seit sieben Jahren die SP-Fraktion im Bundeshaus.

Schafft Maillard am 25. Juni die Nomination, bedeutet dies für Nordmann jedoch faktisch das Ende seiner politischen Karriere. Zumindest im Bundeshaus. Dies wegen einer parteiinternen Amtszeitbeschränkung. Der 49-Jährige politisiert bereits seit 2004 im Nationalrat. Gegenüber «24 Heures» sagt Maillard dazu, er würde dies zwar bedauern. Doch liege es nun «an der Partei, eine Wahl zu treffen», so der 54-Jährige.

«Es wird ein harter Kampf»

Majorzwahlen wie jene für den Ständerat seien für Linke schwierig zu gewinnen, sagt Pierre-Yves Maillard. Erst recht, wenn sich die Bürgerlichen dafür zusammenschliessen würden, wie zuletzt bei den kantonalen Wahlen vom Frühling. Als ehemaliger Regierungsrat sei er unter den aktuellen Waadtländer Linken jedoch der einzige, der sich bereits erfolgreich in dieser Ausgangslage bewährt habe. Unter anderem darum sei er auch bereit, sich 2023 ins Abenteuer Ständeratswahl zu stürzen.

«Es wird ein harter Kampf werden», sagt Pierre-Yves Maillard. Er könne zwar für nichts garantieren. Doch verspricht der SGB-Boss, sein «Bestes zu geben». Vor seiner Zeit in der Waadtländer Regierung hatte Maillard bereits einmal von 1999 bis 2004 dem Nationalrat angehört.

Bürgerliche und Grüne bedrängen SP

Bei den letzten eidgenössischen Wahlen verlor die SP in der Waadt ihren Ständeratssitz. Nachdem Nationalrätin Ada Marra Fraktionspräsident Nordmann in der internen Ausmarchung zuerst noch überflügelt hatte, verpasste sie 2019 den Wechsel in den Ständerat. Profiteurin waren die Grünen: Adèle Thorens politisiert seither in der kleinen Kammer. Ob sie nochmals antreten wird, hat die 50-Jährige bislang nicht mitgeteilt. Laut der Online-Ausgabe der Westschweizer Zeitung «Le Temps» vom Samstag will sie sich bis Ende Jahr entscheiden. Den zweiten Ständeratssitz in der Waadt hat derzeit die FDP mit Olivier Français inne.

Und auch bei den eben abgehaltenen kantonalen Wahlen musste die SP im grössten Westschweizer Kanton zuletzt Federn lassen: Nebst Sitzverlusten im Parlament ist im zweiten Wahlgang am Ende auch ihre Regierungsrätin und ehemalige Nationalrätin Cesla Amarelle abgewählt worden. (sat)

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