Was hätte ihre Tochter sich gewünscht? Fehlt die Willensäusserung zur Organspende, wird es für die Hinterbliebenen schwer

Viele Schweizerinnen und Schweizer halten ihren Willen bezüglich einer Organspende nicht fest. Mit einem Kurzfilm will Swisstransplant darauf aufmerksam machen, wie schwierig diese Situation für Hinterbliebene ist.

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Ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister schafft bei den Angehörigen Klarheit, dass sie den Willen der verstorbenen Person respektieren.

Ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister schafft bei den Angehörigen Klarheit, dass sie den Willen der verstorbenen Person respektieren.

Keystone

(sku) Hat eine verstorbene Person keinen expliziten letzten Willen hinterlassen, müssen ihre Hinterbliebenen alle anstehenden Entscheide fällen. So etwa bei der Organspende. Wie Swisstransplant die Schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation am Donnerstag schreibt, ist die Unkenntnis über den Willen der verstorbenen Person für viele Angehörige sehr belastend.

Um auf diese schwierige Situation aufmerksam zu machen, hat Swisstransplant den Kurzfilm «Ein Entscheid schafft Sicherheit und Klarheit» lanciert. Er zeigt die Geschichte einer Familie, die ihre Tochter bei einem Skiunfall verloren hatte und sich anschliessend dazu entschied, ihre Organe zu spenden, ohne dabei ihren expliziten Willen zu kennen.

Wie Swisstransplant schreibt, kennen mehr als die Hälfte der Angehörigen den Willen der verstorbenen Person nicht. Im vergangenen Jahr seien in der Schweiz 46 Personen auf der Warteliste verstorben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung stand. Gemäss Mitteilung warten zurzeit über 1400 Personen auf ein Spenderorgan.

Ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister würde daher Klarheit und Sicherheit darüber schaffen, dass im Sinne der verstorbenen Person gehandelt werde. So könnten nicht nur die Angehörigen sondern auch das Spitalpersonal entlastet werden. Weiter könnte ein Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung dem Organmangel entgegenwirken. Bislang muss sich in der Schweiz nämlich jeder selbst darum kümmern, Spender zu werden. Mit der Einführung der sogenannten vermuteten Zustimmung würde jede Schweizerin und jeder Schweizer automatisch zum Spender werden. Wer seine Organe nach dem Tod nicht spenden möchte, kann sich davon abmelden.

Bisher haben knapp 100'000 Personen ihren Entscheid für oder gegen eine Organspende im Register festgehalten. Laut Swisstransplat zeige das, dass das Register dem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht.