Coronavirus
Wegen Virusmutation: Stadt Luzern schliesst Klassen in einem weiteren Schulhaus und führt Maskenpflicht für 5.-Klässler ein

Die Coronafälle im Schulhaus Maihof haben nun auch Auswirkungen auf das Schulhaus Mariahilf. Auch dieses wird geschlossen – zudem verschärft die Stadt die Massnahmen für alle 5.-/6.-Klässler.

Robert Knobel
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Leerer Pausenplatz: das Schulhaus Maihof.

Leerer Pausenplatz: das Schulhaus Maihof.

Bild: Manuela Jans-Koch (29. Januar 2021)

Eine Woche vor den Ferien muss das Stadtluzerner Schulhaus Maihof seine Tore schliessen. Letzte Woche war bei vier Kindern die hochansteckende Südafrika-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Am Freitag hat der Kanton deshalb eine grosse Testaktion bei allen Schülerinnen, Schülern sowie bei den Lehrpersonen (insgesamt 450 Personen) veranlasst. Resultat: Es sind zahlreiche weitere positive Fälle aufgetaucht. Ob diese ebenfalls auf die Mutation zurückzuführen sind, wird derzeit abgeklärt - die Resultate werden im Laufe der nächsten Tage erwartet.

Lehrpersonen unterrichten in beiden Schulhäusern

Die Coronafälle im Schulhaus Maihof bringen derweil Ungemach für ein weiteres Schulhaus: Einzelne Lehr- und Betreuungspersonen, die im Maihof mit den infizierten Kindern Kontakt hatten, sind auch im Schulhaus Mariahilf in der Altstadt tätig. Bisher wurden dort zwar keine positiven Fälle entdeckt. Doch als vorsorgliche Massnahme müssen nun alle, die mit den Maihof-Lehrpersonen Kontakt hatten, in eine zehntägige Quarantäne. Betroffen sind alle Primarstufen ausser den 3.-/4.-Klässlern. Immerhin: Die Massnahme gilt lediglich für die Kinder, nicht aber für deren Eltern. Im Maihof ist dies anders: Dort wurde auch für einige Eltern Quarantäne verordnet.

Aus organisatorischen Gründen hat die Volksschule Stadt Luzern nun beschlossen, die Primarschule Mariahilf ganz zu schliessen und wie im Maihof auf Fernunterricht umzustellen. Betroffen sind im Mariahilf 50 Kinder und 8 Lehrpersonen.

Bleibt die Maskenpflicht auch nach den Ferien bestehen?

Gleichzeitig wurde eine Maskenpflicht für sämtliche 5.-/6.-Klässler in der Stadt Luzern beschlossen, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Die Maskenpflicht gilt vorerst für alle öffentlichen Primarschulen bis zu den Ferien. «Wenn nach den Ferien keine weiteren Fälle auftauchen, werden wir die Maskenpflicht wieder aufheben. Andernfalls müssen wir sie wohl beibehalten», sagt die Stadtluzerner Rektorin Vreni Völkle. Auch die Frage, ob der Unterricht nach den Ferien wieder im Schulhaus stattfinden kann, hängt von der weiteren Entwicklung der Fälle ab. «Wir hoffen, dass die Ferien zu einer Unterbrechung der Kontaktketten führen, sodass wir Mitte Februar wieder mit dem Präsenzunterricht starten können», sagt Völkle. Im Gegensatz zur Maskenpflicht, die im Moment eine rein städtische Massnahme ist, wird aber der Kanton entscheiden, ob nach den Ferien weitere Quarantänemassnahmen und damit auch Fernunterricht notwendig sind.

Völlig unvorbereitet trifft dies die städtische Volksschule nicht. «Wir haben den Schulleitungen schon Anfang Jahr signalisiert, dass sie sich bereit machen müssen, um innert kurzer Zeit auf Fernunterricht umstellen zu können», sagt Völkle. Dank der Erfahrungen vom letzten Lockdown im März könne man jetzt schneller und flexibler reagieren.

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