Weisser Advent
Wo im Flachland ab Freitag die Schneeflocken tanzen – und welche Städte am häufigsten «weisse Weihnachten» haben

Ab Freitag werden auch im Flachland erste Schneeflocken erwartet. Wie viele liegen bleiben, ist zwar noch unklar. Die Chancen stehen aber gut, dass der dritte Advent breit herum weiss wird. Und klar ist auch, welche Städte die meisten «weissen Weihnachten» feiern.

Samuel Thomi
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Starker Schneefall in St. Gallen.

Starker Schneefall in St. Gallen.

Archiv/Arthur Gamsa

Und dann geht es auf einmal schneller als vorausgesagt. Statt erst am Wochenende dürften die ersten Schneeflocken es in der Schweiz bereits am Freitag bis in tiefe Lagen schaffen. Das jedenfalls meldet am Donnerstag «MeteoNews» in seinem Wetterblog.

«Im Norden reicht es von Freitag bis Sonntag erstmals in diesem Winter für etwas Schnee bis ins Flachland», schreiben die Wetterfrösche. «Die genauen Neuschneesummen sind aber aktuell noch etwas unsicher, richtig viel Schnee wird aber im Flachland nicht fallen.» Zuletzt waren am vergangenen Wochenende in der Südschweiz teilweise massive Mengen Neuschnee niedergegangen. Auch in den Alpen liegt bereits verbreitet die weisse Pracht.

Von der West- bis in die Zentralschweiz

Wie viel Schnee es ab Freitag in tiefen Lagen und im Flachland geben wird, ist laut «MeteoNews» derzeit zwar noch offen. Am stärksten dürften vom kühlen Weiss jedoch das Unterwallis sowie die Waadtländer, Berner und Zentralschweizer Alpen profitieren. Dies zumindest zeigt eine auf dem Kurznachrichtendienst Twitter publizierte Modellrechnung:

Demnach sind laut «MeteoNews» im Flachland – aufsummiert – bis am Sonntag vielerorts «etwas mehr als 5 Zentimeter Neuschnee zu erwarten», schreiben die Wetterfrösche. «In den Alpentälern sind lokal auch bis über 10 Zentimeter möglich.»

Östlich der Limmat schwinden Chancen auf Schnee

Konkret schreibt «MeteoNews», werde es in der Nacht auf Freitag in der Romandie kräftig zu schneien beginnen. In der Zentral- und Ostschweiz dagegen soll es bis zum Morgen trocken bleiben. «Am Freitag weiten sich die Schneefälle tagsüber nur leicht nach Osten aus.»

Was bislang Bergen wie dem Säntis vorbehalten blieb, dürfte ab Freitag auch im Flachland Thema sein: Schnee bis in tiefe Lagen.

Was bislang Bergen wie dem Säntis vorbehalten blieb, dürfte ab Freitag auch im Flachland Thema sein: Schnee bis in tiefe Lagen.

Arthur Gamsa

Östlich der Region Schaffhausen-Zürich-Luzern werde jedenfalls «nur sehr wenig oder kein Schnee fallen». Grün bleiben dürfte es derweil am oberen Zürichsee, in der Walenseeregion und im Rheintal, aber auch am Bodensee oder direkt am Vierwaldstättersee, so schreiben die Wetterfrösche.

Vielerorts eine dünne Schneedecke

Allerdings gilt für die tiefen Lagen zusätzlich die Einschränkung, dass die Böden noch warm und der Schnee aufgrund der Temperaturen um den Gefrierpunkt nass sein wird. Dennoch gibt sich «MeteoNews» zuversichtlich:

«Für eine Schneedecke sollte es aber dennoch im Flachland vielerorts reichen.»

Denn vielerorts hat die Schweiz bereits eine kalte Nacht hinter sich. Wie «MeteoNews» auf Twitter schreibt, war diese aufgrund des Hochnebels besonders inneralpin äusserst frisch:

Besonders viel Schnee erhoffen dürfen sich die Gebiete rund um den Genfersee. Aber auch im westlichen und zentralen Mittelland dürfte es verbreitet weiss werden, so «MeteoSchweiz»: «Stellenweise gibt es auch 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee, so beispielsweise auch in der Bundeshauptstadt».

Im Detail sagen die Wetterfrösche für Freitag folgende Schneemengen voraus:

Zuletzt hatte es am vergangenen Wochenende im Süden kräftig geschneit. Stellenweise wurden im Tessin und in Südbünden bis gut ein Meter Neuschnee gemessen.

Entsprechend kam es auch auf den alpenquerenden Schnellstrassen wie dem Gotthard oder San Bernardino zeitweise zu längeren Verkehrsbehinderungen aufgrund des Schneefalls. Und auch die Lawinengefahr war im Oberwallis, in der Zentral- und Südschweiz zeitweise massiv angestiegen.

Reicht es auch für «weisse Weihnachten»?

Jedes Jahr die bange Frage: Wird es über die anstehenden Festtage Schnee geben oder am Ende doch wieder grün bleiben? Gut zwei Wochen im Voraus sind Wetterprognosen zwar noch äusserst ungewiss. Ein Blick in die Statistik verrät jedoch, wo Schnee an den Festtagen im Flachland am wahrscheinlichsten ist.

Wie «MeteoNews» am Donnerstag auf seiner Internetseite schreibt, spricht man von weissen Weihnachten, wenn am 24., 25. oder 26. Dezember bei der jeweiligen offiziellen Schneemessung um 7 Uhr mindestens ein Zentimeter Weiss liegt.

Insgesamt neun Schweizer Städte schaut «MeteoNews» für seine Flockdown-Hitparade seit über zwanzig Jahren an. Dabei liegt St. Gallen seit Jahren mit zwölf «weissen Weihnachten» in den vergangenen zwei Jahrzehnten eindeutig an der Spitze. Mit je sieben weissen Festtagen auf Platz zwei liegen Chur und Zürich gefolgt von Bern (sechs «weisse Weihnachten»).

Richtiggehend Ausnahmen waren «weisse Weihnachten» in diesem Zeitraum dagegen in Genf, Luzern und Aarau: In der Zentralschweizer Stadt wie auch am Genfersee waren die Strassen seit 2001 gerade zweimal beflockt, Im Aargau immerhin noch drei Mal. (sat)