Wenn die Psyche in Krisen leidet: Menschen nehmen öfter Hilfe in Anspruch

Die psychische Gesundheit ist in Krisenzeiten besonders gefährdet. Das zeigt auch die Coronapandemie. Hierzulande ist die Nachfrage nach Beratung oder Therapie stark gestiegen.

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Mehr Menschen nehmen eine psychologische Beratung in Anspruch. (Symbolbild)

Mehr Menschen nehmen eine psychologische Beratung in Anspruch. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Die Coronakrise und die Einschränkungen für das eigene Leben wirken sich auch auf die psychische Gesundheit aus. Das zeigt eine Umfrage unter 1300 Psychologinnen und Psychologen. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, dass die Nachfrage nach psychologischer Therapie oder Beratung seit dem Sommer zugenommen habe, wie die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) am Dienstag mitteilte. Über 70 Prozent hätten wegen mangelnden Kapazitäten bereits Patienten oder Klientinnen abweisen müssen.

31 Prozent der Befragten berichten von Neuerkrankungen aufgrund der Pandemie. Negative Auswirkungen hat Corona aber auch auf Menschen, die bereits in Behandlung sind. Die Hälfte der befragten Psychologinnen und Psychologen berichtet, dass sich die Symptome bei bestehenden Patientinnen und Patienten verschlimmert hätten.

Der Verband schlägt nun Alarm. Bereits heute bestünden in diesem Bereich Versorgungslücken. «Wenn nun der Bedarf zusätzlich steigt, können die Folgen verheerend sein», wird Co-Präsidentin Yvik Adler in der Mitteilung zitiert. Der FSP fordert deshalb, dass Psychotherapien, die von selbständigen Psychotherapeuten durchgeführt werden, von der Grundversicherung bezahlt werden, sofern sie auf Anordnung eines Arztes oder einer Ärztin erfolgen.