Wintersaison
«Unnötig und unfair»: Bürgerliche wehren sich gegen Einschränkungen für Skiorte

Bürgerliche Politiker wehren sich gegen einen Entwurf von Alain Berset für Auflagen in Skigebieten. Bei einem weiteren Ausbau der Coronaschutzmassnahmen drohten Berggebiete harte Konsequenzen.

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Geht es nach einem Vorschlag von Bundesrat Alain Berset, soll die Kapazität in den Skigebieten beschränkt werden. (Symbolbild)

Geht es nach einem Vorschlag von Bundesrat Alain Berset, soll die Kapazität in den Skigebieten beschränkt werden. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Die Wintersaison soll in der Schweiz auch diesmal stattfinden. Aber nur mit härteren Auflagen. Gesundheitsminister Alain Berset hat dazu am Dienstag einen neuen Verordnungsentwurf vorgelegt. Dieser sieht unter anderem eine Maskenpflicht im Dorfzentrum, weniger Leute in Gondeln oder allgemein begrenzte Kapazitäten vor. Vor allem Letzteres stösst bürgerlichen Politikern jedoch sauer auf.

«Die Kapazitätseinschränkungen sind nicht durchführbar, unnötig und unfair», sagte Albert Rösti (SVP/BE) am Mittwoch in Bern vor den Medien. Zusammen mit Vertretern von FDP und CVP rief Rösti den Bundesrat auf, einschneidendere Coronaschutzmassnahmen für Skigebiete auf die Festtage hin zu unterlassen.

Gleich lange Spiesse für Zürich und Arosa

Die Berggebiete seien «parat» für den Wintertourismus, versicherte Monika Rüegger. «Sie haben sich Monate dafür vorbereitet und halten sich an die Vorgaben», sagte die Obwaldner SVP-Nationalrätin. Wenn die Bergkantone jetzt nochmals alles runterfahren müssten, werde es finanziell schwierig. Zudem sei der Tourismus in den Bergen kein Treiber für neue Coronansteckungen, sagte Nicolo Paganini. Das habe die Sommersaison gezeigt, so der St. Galler CVP-Nationalrat der auch den Schweizer Tourismus-Verband präsidiert.

Ein weiterer Dorn im Auge der bürgerlichen Politiker ist der Vorschlag aus dem Departement Berset, dass Gäste in Restaurants nur dann Eintritt erhalten, wenn für sie ein Tisch frei ist. Diese Einschränkung zielt auf die Selbstbedienung ab, die es in vielen Bergrestaurants gibt. «Die Gastronomie in der Stadt Zürich muss gleich behandelt werden wie die Gastronomie in Arosa», forderte der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter.

Bund soll Kantonen nicht dreinreden

Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR) störte sich daran, dass der Bund mit den vorgeschlagenen Einschränkungen die Kompetenzen wieder an sich reisse. Dabei könnten Kantone entsprechende Massnahmen bereits jetzt selber treffen. Der Bündner FDP-Nationalrat Martin Schmid sagte, dazu brauche es keine «einschränkende zentralistische Verordnung» vom Bund.

Noch ist der Vorschlag von Gesundheitsminister Alain Berset aber nicht in Stein gemeisselt. Die Frist zur Stellungnahme für den Verordnungsentwurf läuft am Mittwoch ab. Bereits am Freitag dürfte der Bundesrat dann über das weitere Vorgehen zu Verschärfungen des Wintertourismus entscheiden.