Wohnen
Mieter und Vermieter gelangen häufiger an die Schlichtungsstelle

Mieter und Pächter haben sich 2020 öfters mit ihren Vermietern in Schlichtungsverfahren gestritten. In den meisten Fällen gab es eine Einigung.

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Auch wegen Mängel an der Wohnung gelangten Mieter an die Schlichtungsstellen. (Symbolbild)

Auch wegen Mängel an der Wohnung gelangten Mieter an die Schlichtungsstellen. (Symbolbild)

Benjamin Manser

(mg) 27'169 Schlichtungsverfahren wurden 2020 bei den paritätischen Schlichtungsbehörden im Mietwesen eingeleitet. Das sind rund 75 Fälle pro Tag. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Zunahme um 1426 Fälle. Als Grund vermutet das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) in einer Mitteilung vom Dienstag den gesunkenen hypothekarischen Referenzzinssatz und die Coronapandemie.

Interessanterweise nahmen die Zahlen in der zweiten Jahreshälfte gegenüber der Vorjahresperiode ab. 13'419 Fälle wurden neu eröffnet – 300 weniger als 2019. Dabei gab es grosse regionale Unterschiede: Während in Genf und dem Tessin mehr Fälle verzeichnet wurden, gingen die Neueingänge in den Kantonen Luzern, Basel-Landschaft und Aargau «merklich zurück».

13'164 Fälle konnten die Schlichtungsstellen in der zweiten Jahreshälfte 2020 erledigen. Bei knapp der Hälfte davon gab es eine Einigung zwischen den Parteien durch Vergleich, Klageanerkennung oder Klagerückzug. Am häufigsten ging es dabei um Mietzinssenkungen, ordentliche Vertragskündigungen und Forderung auf Zahlung.