Zu gefährlich: Zürcher Gefängnis baut wegen Brian für 1,8 Millionen um

Das Risiko für Gewalt innerhalb der Gefängnismauern sei zu hoch, sagen Experten. Darum wird das Zürcher Gefängnis Pöschwies umgebaut. Der Inhaftierte Brian K. kann davon profitieren.

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Brian K. sitzt seit zwei Jahren in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies.

Brian K. sitzt seit zwei Jahren in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies.

Keystone/Linda Grädel

Für insgesamt 1,85 Millionen Franken wird die Justizvollzugsanstalt Pöschwies umgebaut. Zwei Zellen in dem Zürcher Gefängnis sollen mit direktem, von aussen gesteuerten Hofzugang gebaut werden, wie der Tages-Anzeiger schreibt.

Damit sollen dem Inhaftierten Brian K., der 2013 unter dem Pseudonym Carlos bekannt wurde, mehr Freiheiten ermöglicht werden. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, könne er eine Stunde pro Tag selbständig und ohne Kontakt zu Aufsehern spazieren gehen.

Die Erneuerung in der Justizvollzugsanstalt sei ein Entgegenkommen der Verantwortlichen gegenüber Brian. Aktuell könne der Inhaftierte nur mit sechs Aufsehern mit Helm und Schutzschild den Spazierhof betreten. Experten hätten «ein hohes Risiko für Gewalt innerhalb der Gefängnismauern» festgestellt, wie Rebecca de Silva, Sprecherin des Amts für Justizvollzug und Wiedereingliederung, gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklärt.

Auch die Gerichte müssen sich wieder mit dem Fall Brian beschäftigen. Nun geht es allerdings darum, dass er als Jugendlicher in der Psychiatrie gefesselt wurde. Im Alter von 15 Jahren wurde Brian 13 Tage lang in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich ans Bett fixiert. Er hatte damals versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft wollte den Fall aber nicht weiterverfolgen und musste von einem Gericht dazu gezwungen werden. Deshalb kommt es erst heute, neun Jahre später, zum Prozess.