Coronakrise
Zahl der Kulturschaffenden ist 2020 um rund fünf Prozent gesunken

Die Pandemie hat Auswirkungen auf den Kultursektor: Vor allem in ländlichen Gemeinden ist die Zahl der Kulturschaffenden laut Zahlen des Bundesamts für Statistik stark zurückgegangen.

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Mahnwache gegen das Kultursterben: Die Branche musste in der Pandemie Federn lassen. (Archivbild)

Mahnwache gegen das Kultursterben: Die Branche musste in der Pandemie Federn lassen. (Archivbild)

Keystone

Am stärksten betroffen vom Rückgang seien Frauen und Kulturschaffende in Teilzeitpensen, heisst es in einer am Montag vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Mitteilung. Insgesamt wurden 2020 298'000 Erwerbstätige zu den Kulturschaffenden gezählt, 4,7 Prozent weniger als noch 2019. Dies sei der stärkste Rückgang seit 2010, schreibt das BFS. Die Entwicklung bewege sich etwa im gleichen Rahmen wie im Gastgewerbe, wo der Rückgang bei 5,1 Prozent liegt. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg gesehen betrug der Rückgang der Erwerbstätigen 2020 nur 0,2 Prozent.

Am härtesten traf es Selbständigerwerbende, die einen kulturellen Beruf ausserhalb des Kultursektors ausüben. Ihre Zahl ging von 2019 bis 2020 um 17,2 Prozent zurück. Ebenfalls stark betroffen waren Kulturschaffende auf dem Land. In ländlichen Regionen betrug der Rückgang 12,4 Prozent, im urbanen Raum nur 4,4 Prozent. Stark betroffen waren insbesondere die Ostschweiz und die Innerschweiz mit einem Rückgang von rund 13 Prozent. Im Grossraum Zürich, wo die Zahl der Kulturschaffenden von 2010 bis 2019 um rund 20 Prozent gewachsen war, gab es dagegen sogar ein Wachstum um 3,6 Prozent. (wap)