Lausanne hebt Basler Autorin mit erstem Thriller in den welschen Krimi-Olymp

Die Stadt Lausanne zeichnet die bei Basel lebende welsche Autorin Marlène Charine mit dem «Prix du polar romand» 2020 aus. Der eben erschienene Krimi «Tombent les anges» beeindrucke mit Sprache und Aufbau.

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Autorin Marlène Charine erhält für ihr jüngstes Werk «Tombent les anges» den diesjährigen «Prix du polar romand» verliehen.

Autorin Marlène Charine erhält für ihr jüngstes Werk «Tombent les anges» den diesjährigen «Prix du polar romand» verliehen.

HO

(sat) Sie ist eine der wenigen Frauen in der von Männern dominierten Welt der französischsprachigen Krimis. Doch nicht nur deswegen zeichnet die Stadt Lausanne Marlène Charine für ihren jüngsten Kriminalroman «Tombent les anges» aus. Die heute bei Basel lebende gebürtige Lausannerin erhält den diesjährigen «Prix du polar romand» vor allem wegen der Sprache und dem Aufbau der Geschichte, wie die Stadt am Montag mitteilt. Und natürlich wegen der beeindruckenden Handlung des Krimis.

«Tombent les anges» handelt von einer Polizeiintrige in Paris und ist der erste Thriller Marlène Charines. Er ist Anfang März in Frankreich bei Calmann-Lévy erschienen. Laut der Preisjury vermischt die 44-jährige Autorin auf «geschickte Weise polizeiliche Ermittlungen und Abnormales». Die Handlung packe die Leserinnen und Leser vom Anfang bis zum Schluss, schreibt die Jury. «Atemlos und sinnlich» greife Charine die Allgegenwart des Bösen in der Gesellschaft auf.

Verleihung findet 2020 nur virtuell statt

«Mit ungeheurer Freude» reagiert Marlène Charine am Montag auf Social Media auf die Auszeichnung ihres Werkes. Sie danke «aus tiefstem Herzen» und wende sich für einmal nur online an alle Beteiligten. In einem Video der Veranstalter führt die Autorin dann aus, dass ihr die Auszeichnung ihrer Heimatstadt «besonders viel» bedeute. Es sei eine grosse Arbeit gewesen, sich in ein neues Literaturgenre vorzuwagen. Aber der Aufwand habe sich gelohnt. Die ausgebildete Lebensmittelchemikerin Marlène Charines ist mit ihrer Familie seit zwei Jahrzehnten in der Deutschschweiz wohnhaft. Nebenher schreibt sie seit Jahren Novellen, zuletzt ist ihr erster Roman «Le projet Alice» erschienen.

Dieses Jahr wurde das Festival Lausan'noir wegen Coronabeschränkungen abgesagt. Die nächste Ausgabe soll im Mai 2021 stattfinden. Zehn Bücher standen am Ende in der engeren Auswahl für den Prix du polar romand 2020. Dieser wird vom Festival Lausan'noir und dem Bibliotheks- und Archivdienst der Stadt Lausanne jedes Jahr verliehen und ist mit 3000 Franken dotiert.