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Schweizer Bühnenkünstler berichten von Hunderten sexuellen Belästigungen

Vier von Fünf Bühnenkünstler aus der Schweiz haben in einer Umfrage angegeben, in den vergangenen zwei Jahren sexuell belästigt worden zu sein. Der Berufsverband geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

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Medienberichte über sexuelle Belästigungen durch Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hat die #MeToo-Debatte angestossen. (Symbolbild)

Medienberichte über sexuelle Belästigungen durch Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hat die #MeToo-Debatte angestossen. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) In den vergangenen zwei Berufsjahren haben rund 80 Prozent der insgesamt 331 Umfrageteilnehmer die Erfahrung eines sexuellen Übergriffs gemacht, wie der Schweizerische Bühnenkünstlerverband SBKV in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Gesamthaft wurden in der Umfrage 577 Vorfälle erwähnt, davon 400 bei Frauen und 177 bei Männern.

Am häufigsten habe es sich dabei um verbale Belästigungen gehandelt wie obszöne Witze und aufdringliche Gespräche mit sexuellem Inhalt. Körperliche Belästigungen sei von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage am zweithäufigsten genannt worden, heisst es weiter.

Verband lanciert anonyme Meldeplattform

Da sich nur ein Drittel der Mitglieder des Bühnenkünstlerverbandes an der Umfrage beteiligte, geht der SBKV von einer hohen Dunkelziffer an sexuellen Belästigungen aus: «In der Branche kennt jeder jemanden mit so einem Erlebnis, oder war selbst betroffen», wird die Geschäftsleiterin Salva Leutenegger zitiert.

Um den Missständen entgegenzutreten, hat der Schweizerische Bühnenkünstlerverband eine anonyme Meldeplattform aufgeschaltet. Diese soll es den Betroffenen ermöglichen, Vorfälle, Institutionen, Personen und Produktionen zu melden, so der SBKV.