Reliquien, Totentänze und andere Kostbarkeiten: Churer Domschatz wird ausgestellt

Das neue Domschatzmuseum in Chur öffnet am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür. Zu sehen sind auch Todesbilder, die seit über vier Jahrzehnten nicht mehr besichtigt werden konnten.

Drucken
Teilen
Zum Churer Domschatz gehören auch sehr alte Gegenstände wie dieses Eucharistiekästchen aus dem achten Jahrhundert.

Zum Churer Domschatz gehören auch sehr alte Gegenstände wie dieses Eucharistiekästchen aus dem achten Jahrhundert.

HO

(wap) Seit 2007 war der Churer Domschatz nicht mehr öffentlich zugänglich. Ab kommenden Samstag können die Kostbarkeiten im neuen Domschatzmuseum nun wieder bewundert werden. Ausgestellt werde neben dem eigentlichen Domschatz auch der Wandbildzyklus der Todesbilder von 1543, heisst es in einer Medienmitteilung des Museums. Standort des Museums ist das Bischöfliche Schloss in Chur, selbst ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Die Ausstellung sei angelegt wie eine alte Kathedrale: Von West nach Ost gelangt man von profanen Gegenständen zu den liturgischen Geräten und schliesslich dem reichen Reliquienschatz, der den Höhepunkt der Ausstellung bildet.

Die 25 Todesbilder von 1543 werden an einer Fachwerkwand ausgestellt. Sie zeigen Begegnungen von Menschen mit dem Tod und stehen in der Tradition mittelalterlicher Totentänze. Es handle sich um einen der ältesten erhaltenen Todestanz-Zyklen der Schweiz, so das Museum. Der Öffentlichkeit waren die Bilder laut Mitteilung zum letzten Mal 1976 zugänglich.

Das Museum wird am 29./30 August 2020 eröffnet mit einem Tag der offenen Tür, an dem Fachleute des archäologischen Dienstes und der Denkmalpflege den Besuchern für Fragen zur Verfügung stehen werden.