Nach Millionenschaden: Jetzt soll es die Samuraiwespe mit der Stinkwanze aufnehmen

Die marmorierte Baumwanze verursacht seit Jahren grosse Schäden an der Obst- und Gemüseernte in der Schweiz. Nun soll ihr natürlicher Feind, die Samuraiwespe, zu ihrer Bekämpfung eingesetzt werden.

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Die Samuraiwespe legt ihre Eier in die Gelege der Baumwanze.

Die Samuraiwespe legt ihre Eier in die Gelege der Baumwanze.

©Tim Haye, CABI

(agl) Das landwirtschaftliche Forschungszentrum des Bundes, Agroscope, hat gemäss einer Mitteilung vom Montag auf einem Zürcher Obstbetrieb einen ersten Freisetzungsversuch mit der Samuraiwespe gestartet. Wie die marmorierte Baumwanze, die auch Stinkwanze genannt wird, stammt die Wespe aus Asien. Als natürlicher Feind legt sie ihre Eier in die Eigelege der Wanze und schränkt so deren Vermehrung ein.

Die marmorierte Baumwanze, auch Stinkwanze genannt, setzt den Schweizer Obstbauern stark zu.

Die marmorierte Baumwanze, auch Stinkwanze genannt, setzt den Schweizer Obstbauern stark zu.

©Tim Haye, CABI

Die Nutzung der Samuraiwespe ist ein möglicher Lösungsansatz zur Bekämpfung des Schädlings. Die Wespenart breitet sich gemäss Agroscope zwar bereits von selbst in der Schweiz aus, jedoch nicht stark genug, um die Baumwanze in Schach zu halten. Der Versuch solle nun zeigen, ob die Samuraiwespe auch unter Schweizer Bedingungen die Stinkwanze natürlich bekämpft. «Langfristig wird vermutlich nur das Zusammenspiel verschiedener Massnahmen den Schädling nachhaltig unter Kontrolle bringen», schreibt Agroscope.

Auch der Schweizer Obstverband war an der Freisetzung der Wespen beteiligt. In einer Mitteilung schreibt er, die Baumwanze habe 2019 Ernteausfälle in der Höhe von über 3 Millionen Franken verursacht. Um die Obstproduktion unter dem hohen Schädlingsdruck und der Erderwärmung zu sichern, müsse der Bund noch mehr in die Erforschung von alternativen Pflanzenschutzmitteln investieren, so der Branchenverband.