Chemiker entwickeln Schwämme, die giftiges Chrom aus Trinkwasser filtern

Mit den Materialien der EPFL lassen sich nebst Chrom auch verschiedene gelöste Substanzen wie Gold und Blei auffangen. Die Entdeckung soll dazu beitragen, das Problem von verschmutztem Trinkwasser zu lösen.

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Das schwammartige Material besteht aus kleinen Pellets und kann giftiges Chrom aus Wasser entfernen.

Das schwammartige Material besteht aus kleinen Pellets und kann giftiges Chrom aus Wasser entfernen.

zvg/EPFL

(sku) Dass Schwämme Wasser aufsaugen, liegt an ihrer porösen Oberfläche. Diese Eigenschaft nutzten Wissenschafter der EPFL Lausanne und stellten in Chemielabors schwammartige Materialien her, die nach demselben Prinzip Schwermetalle aufsaugen können. Die Chemiker konnten bereits nachweisen, dass ihre Materialien Substanzen wie Gold, Quecksilber oder Blei wirksam absorbieren können. Nun gelang es ihnen auch, sechswertiges Chrom aus Wasser zu entfernen, wie die EPFL am Mittwoch mitteilte.

Sechswertiges Chrom gelte als äusserst giftig und krebserregend, insbesondere beim Einatmen oder Verschlucken. Es könne sogar DNA-Schäden auslösen und sei weltweit in Trinkwasser gefunden worden, heisst es im Bericht. Mit nur einem Gramm der entwickelten Schwämme können gemäss EPFL nun rund 208 Milligramm giftiges Chrom extrahiert und in relativ ungiftiges Chrom umgewandelt werden. 

Dies gelinge, indem das Chrom durch die Poren in das schwammartige Material eindringe und an dessen Oberfläche haften bleibe. Richte man daraufhin Licht auf die Schwämme, werde das Chrom umgewandelt. Die Poren in nur einem Gramm dieser Nanokristalle seien so gross, dass sie der Grösse eines gesamten Fussbalfeldes entsprächen. Wie die EPFL schreibt, können die Schwämme einfach und preisgünstig hergestellt werden. In einem nächsten Schritt sollen sie in grösserem Umfang getestet werden und damit dazu beitragen, Trinkwasser weltweit sauberer und somit sicherer zu machen.

So erklärt es die EPFL: