Kinder erkranken im Zürcher Weinland eher an Hirntumor – Forscher stehen vor Rätsel

Das Krebsrisiko bei Kindern ist hierzulande nicht überall gleich gross. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bern. Besonders bei Hirntumoren stellten die Forscher ein erhöhtes Risiko in zwei Gebieten fest.

Drucken
Teilen
Im Zürcher Weinland ist das Krebsrisiko bei Kindern höher als anderswo in der Schweiz.

Im Zürcher Weinland ist das Krebsrisiko bei Kindern höher als anderswo in der Schweiz.

Keystone

(rwa) Zwar tritt Krebs bei Kindern selten auf. Dennoch ist es die zweithäufigste Todesursache im Kindesalter. Das Forscherteam der Universität Bern hat die räumliche Verteilung des Krebsrisikos bei Kindern in der Schweiz zwischen 1985 und 2015 untersucht. Insgesamt umfasst die Analyse 5947 Erkrankungen der am häufigsten vorkommenden Krebsarten – namentlich Leukämie, Lymphome und Hirntumore. Die Studie ist im «International Journal of Health Geographics» erschienen.

Je nach Ort wich die geschätzte lokale Krebsrate im Vergleich zum nationalen Durchschnitt um bis zu -17 oder +13 Prozent ab. Am grössten war die räumliche Variation bei Hirntumoren (-18 bis +23 Prozent), wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte.

Suche nach Umweltrisikofaktoren intensivieren

Die Forscher fanden Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko in bestimmten Gebieten. Für Hirntumore sei eine Häufung im Zürcher Weinland an der Grenze zu Schaffhausen und im Berner Seeland zu beobachten. Diese Abweichung lässt sich auch nicht durch andere räumliche Indikatoren, sozioökonomische oder ökologischen Faktoren erklären. Die gestiegene Hirntumor-Rate in den beiden Gebieten konnten die Forscher nicht erklären.

«Wir schliessen daraus, dass die Suche nach Umweltrisikofaktoren von Hirntumoren intensiviert werden sollte», wird Ben Spycher vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin in der Mitteilung zitiert.