Krebsmedikamente müssten eigentlich gar nicht so teuer sein

Laut einer internationalen UZH-Studie gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem klinischen Nutzen und den Kosten eines Medikamentes. Die Forscher fordern, die Wirksamkeit bei der Preisgestaltung einzubeziehen.

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Chemotherapien sind teuer. Doch die Preise für die Krebsmedikamente sind nicht immer gerechtfertigt. (Symbolbild)

Chemotherapien sind teuer. Doch die Preise für die Krebsmedikamente sind nicht immer gerechtfertigt. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Die hohen Preise für Krebsmedikamente sind nur teilweise gerechtfertigt. Zu diesem Schluss gelangt ein internationales Forschungsteam der Universität Zürich und der Harvard Medical School in ihrer am Freitag veröffentlichten Studie. Von den untersuchten europäischen Ländern hat die Schweiz gemäss Studie hinter England die zweithöchsten Tarife für Krebsmedikamente, in Deutschland und Frankreich sind die Medikamente günstiger — Amerikaner bezahlen für das gleiche Medikament im Schnitt doppelt so viel.

Die Wissenschafter fordern deshalb, dass Arzneimittel mit einer geringen Wirksamkeit günstiger sein sollten als solche mit einer hohen Wirksamkeit. Damit soll Patientinnen und Patienten mit limitierten finanziellen Ressourcen der Zugang zu wichtigen Arzneimitteln gegen Krebs gewährleistet werden.

Die Forscher analysierten die Preise von 65 neueren Onkologika für feste Tumore sowie für Blutkrebs für die monatlichen Behandlungskosten eines Standardpatienten und verglichen die Kosten in einem zweiten Schritt mit dem klinischen Nutzen des Medikaments.