Messungen zeigen: Permafrost hat sich in den letzten Jahrzehnten erwärmt

Der Permafrost in den Schweizer Alpen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Das zeigen Langzeitmessungen. Sie belegen auch, dass sich Blockgletscher deutlich schneller bewegen.

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Blockgletscher aus Eis und Gesteinsblöcken bewegen sich heute viel schneller als noch vor 20 Jahren.

Blockgletscher aus Eis und Gesteinsblöcken bewegen sich heute viel schneller als noch vor 20 Jahren.

Pd / Obwaldner Zeitung

(agl) Messungen des Schweizer Permafrostmessnetzes Permos haben gezeigt, dass die Temperaturen des Permafrosts zwischen 2000 und 2019 an allen 15 Beobachtungsstandorten angestiegen sind. Wie die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) am Dienstag mitteilte, ist auch der Wassergehalt im Permafrost deutlich gestiegen.

Am längsten wird der Permafrost im Corvatsch-Murtèl im Oberengadin gemessen. Seit Messbeginn vor 32 Jahren hat sich die Temperatur des Permafrosts in zehn Metern Tiefe um etwa 1 Grad Celsius erwärmt, in 20 Metern um etwa 0,5 Grad. Dass sich der Permafrost weniger stark erwärmt als die Lufttemperaturen, deutet gemäss der SCNAT darauf hin, dass der Trend zur Erwärmung sich noch lange und bis in grosse Tiefen fortsetzen wird.

Viele Veränderungen stehen noch bevor

Weiter haben die Messungen gezeigt, dass sich die 15 beobachteten Blockgletscher deutlich schneller bewegen als Früher. Die talwärts kriechenden Schuttmassen aus Gesteinsblöcken und Eis bewegen sich heute mehrere Meter pro Jahr, in den 90er-Jahren waren es noch mehrere Dezimeter. Die Tendenz hat sich in den letzten zehn Jahren gar noch verstärkt, wie es in der Mitteilung heisst.

«Angesichts der schnellen Entwicklung des Permafrosts stehen viele Veränderungen jedoch noch bevor», schreibt die SCNAT. Diese seien insbesondere für die Nutzung und die Naturgefahren in den Berggebieten von Bedeutung. Permos werde auch in den nächsten 20 Jahren Daten sammeln und interpretieren.