Risiko für Antibiotikaresistenz senken: St.Galler Ärzte erzielen Forschungserfolg

Ärzte des Kantonsspitals St.Gallen haben die ideale Dauer der Antibiotikatherapie bei einer häufigen Form der Blutvergiftung untersucht und einen Erfolg erzielt.

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Ärzte des Kantonsspital St.Gallen waren an einem Forschungserfolg beteiligt.

Ärzte des Kantonsspital St.Gallen waren an einem Forschungserfolg beteiligt.

Urs Bucher

(agl) Der Schweizer Nationalfonds finanzierte die Studie, die durch die St. Galler Ärzte sowie Mediziner der Universitätsspitäler Genf und Lausanne durchgeführt wurde. Die Forschenden teilten gemäss Mitteilung vom Donnerstag 504 Patienten mit der häufigen Form der Blutvergiftung durch Gram-negative Bakterien in drei verschiedene Gruppen auf. Eine Gruppe erhielt 14 Tage lang Antibiotika, eine sieben Tage und die dritte Gruppe für eine individualisierte Dauer von fünf bis 14 Tagen.

Die Forscher zeigten, dass kein Unterschied in der Wirksamkeit und Sicherheit der drei Behandlungsgruppen besteht. Das sei ein sehr wichtiges Ergebnis für die klinische Praxis, wird Studienautor Werner Albrich in der Mitteilung zitiert. «Es erlaubt, die Therapiedauer bei diesen Infektionen auf sieben Tage zu reduzieren oder individuell zu steuern, was teilweise noch kürzere Behandlungen ermöglicht.» Ebenso könne die Studie dazu beitragen, das Risiko für Antibiotikaresistenzen zu verkleinern. Die Ergebnisse wurden am 2. Juni in der medizinischen Fachzeitschrift «JAMA» veröffentlicht.