Schweizer Forscher entwickeln den kleinsten Motor der Welt

Ein Team von Schweizer Forschenden entwickelte einen molekularen Antrieb. Laut Empa und EPFL hat dieser kleinste Motor der Welt bereits geholfen, rätselhafte Phänomene im Quantenbereich zu ergründen.

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Schema des kleinsten Motors der Welt: Der Rotor dreht sich auf der Oberfläche des Stators und kann sechs Positionen einnehmen.

Schema des kleinsten Motors der Welt: Der Rotor dreht sich auf der Oberfläche des Stators und kann sechs Positionen einnehmen.

HO

(nst) Der kleinste Motor der Welt besteht aus nur 16 Atomen und dreht sich zuverlässig in eine Richtung. Dadurch könnte er die Energiegewinnung auf atomarer Ebene möglich machen, schreiben die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und die Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne (EPFL) am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung. Der Motor messe nicht einmal einen Nanometer, er sei also rund 100'000 mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars.

Wie ein grosser Motor bestehe er aus einem Stator und einem Rotor, also einem fixen und einem beweglichen Teil. Der Rotor drehe sich auf der Oberfläche des Stators und könne dabei sechs unterschiedliche Positionen einnehmen. Der winzige Motor könne sowohl mit Wärmeenergie als auch mit elektrischer Energie betrieben werden, teilen Empa und EPFL mit.

Um den Rotor in Bewegung zu setzen, sei gemäss den Gesetzen der Physik eine Mindestmenge an Energie erforderlich. Überraschenderweise konnten die Forschenden aber auch unterhalb dieser Grenze eine gleichbleibende Rotationsfrequenz in eine Richtung beobachten, schreiben die Empa und die EPFL weiter. Die einzige Erklärung hierfür sei, dass ein winzig kleiner Energieverlust stattfinde. Der Motor könne so die weitere Erforschung von Quantentunnelvorgängen ermöglichen.