Studie sieht Nachholbedarf in der Schweiz bei Senkung von hohen Blutfettwerten

Statine können erhöhte Blutfettwerte senken und Herzinfarkte vorbeugen. Eine Studie hat die Verschreibung dieser Medikamente in der Schweiz untersucht und festgestellt, dass die Leitlinien zur Senkung des Blutfettspiegels ungenügend befolgt werden.

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Kardiovaskuläre Krankheiten wie Herzinfarkte sind Verengungen oder Verschlüsse von Blutgefässen. (Symbolbild)

Kardiovaskuläre Krankheiten wie Herzinfarkte sind Verengungen oder Verschlüsse von Blutgefässen. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkte verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Als eine der Ursachen für diese Erkrankungen gilt die Erhöhung bestimmter Blutfettwerte, etwa von LDL-Cholesterin. Deshalb wird versucht, mit sogenannten Statinen diese Werte zu senken. Eine Studie im Auftrag des unabhängigen Swiss Medical Board (SMB) hat die Verschreibung von Statinen in der Schweiz untersucht und festgestellt, dass die Leitlinien nur ungenügend befolgt werden.

Die Studie hat das Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich durchgeführt, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Es stützte sich dabei auf eine eigene Datenbank ab, für die 400 Hausärzte ihre Behandlungsdaten anonymisiert zur Verfügung stellen. Auf der Basis dieser Datenbank wurden 11'779 mit Statin behandelte Patienten analysiert.

Grosse Diskrepanz zwischen Leitlinie und Praxis

Obwohl bei mehr als der Hälfte der Patienten ein hohes oder sehr hohes Risiko für eine tödliche Herz-Kreislauf-Krankheit bestand, erhielt die Mehrheit der Patienten gemäss den Studienautoren keine hochintensive Statin-Behandlung, wie es die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) vorsehen würde. Zudem erreichte nur ein Drittel dieser Patienten die empfohlenen LDL-Zielwerte.

Zwar sei bekannt, dass 10 Prozent der Patienten wegen Nebenwirkungen eine Behandlung mit Statin abbrechen würden, doch das allein erkläre nicht das Ausmass der Diskrepanz zwischen Leitlinie und Praxis. Die Studie kommt deshalb zum Schluss, dass die medikamentöse Behandlung nicht im empfohlenen Ausmass zur Anwendung komme und das kardiovaskuläre Risiko in der Schweiz stärker gesenkt werden könnte.