Wird uns in Zukunft das Abwasser vor dem Coronavirus warnen können?

Mitarbeiter des Wasserforschungsinstitutes Eawag untersuchen derzeit das Abwasser nach Coronaviren. Sie hoffen, dass das Abwasser der Kläranlagen ein Frühwarnsystem für Covid-19 sein kann. 

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Das Abwasser der Kläranlage Werdhölzli in Zürich könnte dereinst helfen, vor neuen Coronavirus-Ausbreitungen zu warnen.

Das Abwasser der Kläranlage Werdhölzli in Zürich könnte dereinst helfen, vor neuen Coronavirus-Ausbreitungen zu warnen.  

Keystone

(dpo) Als der erste Fall von Covid-19 im Tessin bekannt wurde, begann das Team um Umweltingenieur Christoph Ort des Wasserforschungsinstitutes Eawag seine Untersuchung. Die neun grössten Kläranlagen im Tessin haben täglich einen Liter Wasser für das Forscherteam gesammelt. So seien mehr als 300 Proben zustande gekommen, sagte Ort gegenüber Radio SRF am Dienstag.

Weil die Forscher des Eawag bisher im Homeoffice arbeiteten, konnten sie die Wasserproben noch nicht auf das neuartige Coronavirus untersuchen. Mit einer Sonderbewilligung dürfen sie aber bald zurück in die Labors. Mittlerweile sind zu den Tessiner Wasserproben solche aus Lausanne, Zürich und Kloten hinzugekommen.

Im Idealfall könne das Team abschätzen wie viele Menschen am Coronavirus erkrankt sind, so der Bericht von SRF. Langfristig wollen die Forscher ihre Messmethode so weiterentwickeln, dass das Abwasser zu einer Art Frühwarnsystem für neue Coronavirus-Ausbreitungen werden könnte.