Zürcher Forschungsteam ermittelt Zusammensetzung von Immunzellen in Hirntumoren

Je nach Art eines Tumors unterscheiden sich die Typen von Immunzellen und deren Häufigkeit stark. Diese Erkenntnis einer neuen Studie der Universität und des Unispitals Zürich könnte einen Beitrag zur Entwicklung präziserer Immuntherapien leisten.

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Am Universitätsspital hat ein Forschungsteam die Zusammensetzung von Immunzellen in Hirntumoren ermittelt.

Am Universitätsspital hat ein Forschungsteam die Zusammensetzung von Immunzellen in Hirntumoren ermittelt.

Keystone

(gb.) Einem Forschungsteam der Universität Zürich und des Universitätsspitals Zürich ist es gelungen, Immunzellen in Hirntumoren genauer zu charakterisieren. Wie einer Mitteilung vom Donnerstag der Universität Zürich zu entnehmen ist, war bislang unklar, wie das Gewebe von Hirntumoren zusammengesetzt ist. Das Team habe nun erstmals ermittelt, welche Typen von Immunzellen in welcher Anzahl in verschiedenen Arten bösartiger Hirntumore vorhanden seien.

Laut der Mitteilung könnten die Erkenntnisse zur besseren Behandlung von Hirntumoren beitragen. Dies gleiche heute einer Gratwanderung: Es gelte, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen, und gleichzeitig gesundes Gewebe zu verschonen. Dank der neuen Erkenntnisse könnten nun massgeschneiderte Immuntherapien für verschiedene Tumorarten entwickelt werden. Immuntherapien gelten zwar als Hoffnungsträger in der Tumorbehandlung, es seien aber noch weitere Forschungsarbeiten nötig, heisst es in der Mitteilung weiter.

Millionen von unterschiedlichen Zelltypen

Die Forscherinnen und Forscher haben für ihre Studie mit der Methode der sogenannten hochdimensionalen Massenzytrometrie gearbeitet. Diese Technologie ermögliche es, Millionen von unterschiedlichen Zelltypen gleichzeitig auf Stufe von Einzelzellen darzustellen. Die Zellen wurden anhand ihrer Eiweisse charakterisiert und die Daten mit selbstlernenden Computeralgorithmen verarbeitet. «Für jeden Hirntumor entsteht mit unserer Technologie eine individuelle Signatur der vorhandenen Immunzellen», wird einer der Studienautoren in der Mitteilung zitiert. «Unterschiede zwischen Patienten und Tumorarten können so miteinander verglichen werden».