Abfahrt in Gröden
Marco Odermatt verpasst den Sieg um 11 Hundertstel und wird Zweiter – Österreicher Kriechmayr triumphiert

Marco Odermatt überzeugt bei seinem ersten Abfahrtsauftritt in Gröden. Der 25-jährige Nidwaldner wird Zweiter. Der Sieg geht an den Österreicher Vincent Kriechmayr.

Gabriel Vilares
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Marco Odermatt verpasst den Sieg in Gröden nur knapp. Seine unheimliche Podestserie setzt er fort.

Marco Odermatt verpasst den Sieg in Gröden nur knapp. Seine unheimliche Podestserie setzt er fort.

Alessandro Trovati / AP

Als Marco Odermatt mit der Startnummer 11 die Ziellinie passiert, ist seine Fahrtzeit mit grüner Farbe hinterlegt – Führung! Der 25-jährige Nidwaldner lässt den österreichischen Abfahrtsolympiasieger von 2014, Matthias Mayer, zwei Hundertstel hinter sich. Und weil sich der grosse Favorit – der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, der die beiden ersten Abfahrten der Saison und zudem bereits zweimal in Gröden gewinnen konnte – bereits neben dem Podest befindet, sieht alles nach einem Schweizer Triumph aus.

Doch als es sich Marco Odermatt auf dem Stuhl des Führenden bequem machen will, stellt sich ihm mit Vincent Kriechmayr ein anderer Österreicher in die Quere. Der amtierende Abfahrtsweltmeister bezwingt den Schweizer Shootingstar um 11 Hundertstel und verhindert auf der verkürzten «Saslong» den ersten Schweizer Abfahrts-Triumph seit 2012 und dem Erfolg von Silvan Zurbriggen.

Podestserie geht weiter

Auch wenn Marco Odermatt seinen ersten Weltcup-Sieg in der Königsdisziplin verpasst, setzt der frisch gekürte Schweizer Sportler des Jahres eine beeindruckende Serie fort: In jedem der sieben Rennen, in denen er in der laufenden Saison an den Start ging, stand er auf dem Podium. Saisonübergreifend sind es gar zwölf Bewerbe.

«Dass sich diese Serie fortsetzt, ist für mich doch ziemlich überraschend. Auf dieser Strecke und mit der Schneeunterlage bin ich zuletzt nicht zurechtgekommen», so Odermatt gegenüber SRF.

Risiko beim Set-up

Sein Ski-Ausrüster hat sich etwas einfallen lassen und extra auf das Rennen hin neue Latten bereitgestellt und am Schuh gebastelt. «Wir haben mit dem Set-up viel riskiert, da ich noch nie mit dieser Zusammensetzung gefahren bin. Zunächst war ich nicht ganz überzeugt, bin aber froh, dass ich überredet wurde.»

Vincent Kriechmayr meistert die verkürzte Saslong noch besser als Marco Odermatt.

Vincent Kriechmayr meistert die verkürzte Saslong noch besser als Marco Odermatt.

Keystone

Dem 25-Jährigen gelang im oberen Streckenteil eine solide Fahrt. Dann drehte er auf und drückte ordentlich aufs Gas. Insbesondere die Schlüsselpassage «Ciaslat» meisterte der Nidwaldner beinahe perfekt. Doch Vincent Kriechmayr fand nochmals eine schnellere Linie. Das Podest wurde mit Matthias Mayer (+0.13 Sekunden) von einem weiteren Österreicher komplettiert. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde landete letztlich auf dem fünften Rang (+0.26 Sekunden).

5 Rennen in 5 Tagen

Als zweitbester Schweizer musste sich Beat Feuz mit Rang neun (+0.49 Sekunden) begnügen. «Ich bin gar nicht mal so schlecht Ski gefahren. Das Tempo hat mir jedoch bei der Ausfahrt in der ‹Ciaslat› gefehlt. Bei einem solch knappen Rennen fehlen dann halt diese Hundertstel», so der 35-jährige Emmentaler im TV-Interview. Wie eng das Rennen tatsächlich war, zeigen die Resultate. Den Sieger und den auf Position 30 rangierten Athleten trennten lediglich 1.01 Sekunden.

Kommt als zweitbester Schweizer über die Ziellinie: Beat Feuz.

Kommt als zweitbester Schweizer über die Ziellinie: Beat Feuz.

Keystone

Mit Stefan Rogentin (10.), Niels Hintermann (17.) und Alexis Monney (18.) sammelten weitere Swiss-Ski-Athleten Punkte. Auf die Ski-Profis wartet nun nach der Ersatz-Abfahrt für das abgesagte Rennen in Beaver Creek am Freitag ein Super-G, ehe am Samstag eine weitere Abfahrt auf der Originalstrecke ansteht. Dann verschiebt sich der Ski-Tross nach Alta Badia, wo am Sonntag und Montag zwei Riesenslaloms über die Bühne gehen.