«Financial Sustainability»
Uefa beschliesst Nachfolge für «Financial Fair Play»

Das Exekutivkomitee der Uefa hat am Donnerstag die erwartete Reform des Financial Fair Play (FFP) beschlossen.

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Uefa-Präsident Aleksander Ceferin verkündete am Donnerstag die neue Reform.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin verkündete am Donnerstag die neue Reform.

Keystone

Das häufig kritisierte und oftmals unzureichend umgesetzte FFP wird ab Juni durch die Nachfolgeregelung der «Financial Sustainability» (finanzielle Nachhaltigkeit) ersetzt.

Demnach dürfen die Klubs künftig nicht mehr als 70 Prozent ihrer Einnahmen für Transfers, Gehälter und Beraterhonorare ausgeben. Eine von vielen Seiten geforderte Gehaltsobergrenze wird es allerdings nicht geben.

«Die Fussballindustrie hat sich geändert. Die Reform war nötig», sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin: «Die neuen Regeln helfen uns, das Spiel zu schützen.»

Geldstrafen oder Punktabzüge

Die von der Europäischen Klubvereinigung ECA mitentwickelten Richtlinien sollen in einem kontinuierlichen Prozess über drei Jahre eingeführt werden. Verstösse gegen die Regeln können von Geldstrafen bis Punktabzügen gehen. Der diskutierte mögliche Zwangsabstieg, beispielsweise von der Champions in die Europa League, wurde noch nicht beschlossen.

Eine Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben soll ein externer Geldgeber zukünftig in einer Höhe von bis zu 60 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren ausgleichen dürfen. Bisher sind es 30 Millionen Euro über drei Jahre. Den vor allem von deutschen Klubs gefürchteten unbegrenzten Zufluss von Investorengeldern soll es somit nicht geben.

Tiefere Löhne und Ablösesummen?

«Die neuen Regeln sollen sicherstellen, dass die Ausgaben besser zu kontrollieren sind, während gleichzeitig Investitionen gefördert werden», hatte der ECA-Vorsitzende Nasser Al-Khelaifi zuletzt gesagt: «Die neue Regeln müssen einfach, fair, transparent und durchsetzbar sein.»

In der Vergangenheit erwies sich das FFP als anfällig, weil die Regeln umgangen werden konnten. Ernsthafte Strafen gab es bei Verstössen nur selten. Vorstandboss Oliver Kahn vom deutschen Rekordmeister Bayern München sprach hinsichtlich der neuen Richtlinien von «einem Meilenstein». Er hoffe, dass damit eine «leichte Bremse bei den Gehältern und Ablösesummen» reinkommt. (sid)