Fussball-WM
Dank Embolo: Die Schweiz startet mit einem 1:0-Sieg gegen Kamerun in die WM

Der Schweizer Nati gelingt gegen Kamerun ein Start nach Mass. Ausgerechnet Breel Embolo sorgt in einer engen Partie für den Siegtreffer.

Christian Brägger, al-Wakrah
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Breel Embolo (rechts) sichert der Nati drei Punkte zum Auftakt.

Breel Embolo (rechts) sichert der Nati drei Punkte zum Auftakt.

Keystone

Der Spielbericht

Pflicht erfüllt auf dem beschwerlichen Weg in die Achtelfinals. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigen die Schweizer gegen Kamerun kein gutes Spiel. In der zweiten agieren sie nach Embolos Tor (48.) abgeklärt und bringen den Sieg problemlos nach Hause.

40’000 Zuschauer fasst das zu stark heruntergekühlte Al Janoub, tausend weniger sind es dann nicht in der Begegnung gegen Kamerun. Auch sieht man nach dem Anpfiff: Hier dürfte die Schweiz nicht verlieren, so sehr bestimmt sie das Geschehen. Doch dann, in der zehnten Minute, kontern die Kameruner nach Freulers Ballverlust. Choupo-Moting steht in der Mitte völlig frei, gut, sucht der flinke Mbeumo selbst den Abschluss. Sommer ist zur Stelle, den Abpraller schiesst Ekambi über das Tor.

Es ist ein wenig erbauliches Spiel. In der Gefahrenzone sind die Schweizer ungenau. Von Xhaka, der etwas weiter vorne spielt und für den Freuler die Sechser-Position besetzt, kommt bald ein Lebenszeichen in Form eines Verzweiflungsschusses. Er geht klar über das Tor. Nach einer halben Stunde hat Kamerun dann abermals die Chance zur Führung, Sommer pariert. Und es dauert sage und schreibe 32 Minuten, bis die Yakin-Elf gefährlich vors Tor kommt. Widmer ist mit dem Ball an den Flügel gelaufen, Embolo kommt in der Mitte zu spät.

Vor der Pause ist es dann Elvedi, der nach einem Corner für ein bisschen Gefahr sorgt. Der Kopfball geht zwei Meter daneben. Der Eindruck verfestigt sich: Kamerun ist gefährlicher, die Schweiz zeigt eine schwache erste Halbzeit auf der WM-Bühne, auch wenn Akanji vor der Pause noch tatsächlich eine gute Kopfballmöglichkeit hat. Ein positives Signal gibt es aber: Sommer ist fit, wirkt präsent.

Embolo trifft gegen sein Heimatland – sein zwölftes Länderspieltor

In der 48. Minute ändert sich das Bild, vor allem ändert sich das Resultat. Eine schöne Ballstafette, an deren Ende Shaqiris Hereingabe steht, vollstreckt Embolo. Ausgerechnet er. Jubeln gegen das Heimatland seines Vaters tut er nicht, wer kann es ihm verdenken. 1:0 steht es jetzt, es ist eine etwas glückliche Führung.

Kamerun ist nun gezwungen, mehr für das Spiel zu tun. In der 57.Minute hat Choupo-Moting eine Chance, scheitert aber an Sommer. Und die Schweizer erhalten nun mehr Raum, vor allem Vargas. Nach einem Widmer-Pass in den Rücken der Abwehr müsste er treffen, Onana pariert glänzend. Spätestens jetzt ist die Führung verdient, die Schweiz hat wieder die volle Kontrolle.

Yakin, der auf seine eigentliche Stammformation gesetzt hat, bringt 20 Minuten vor Spielende frische Kräfte. Frei, Seferovic und Okafor betreten den Rasen, Sow, Embolo und Shaqiri verlassen ihn. Und zehn Minuten später kommt Rieder zu seinem Début im A-Nationalteam. Xhaka fällt mit einem Distanzschuss auf, Seferovic vergibt eine kläglich in der Nachspielzeit. Sonst passiert nicht mehr viel, von Kamerun kommt schon gar nichts mehr, und die Schweiz bringt den Sieg problemlos nach Hause. Ein optimaler Start bei den weiteren Gegnern Brasilien und Serbien.

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