Kunstturnen
Fast alle Schweizer Gesichter sind neu: WM-Hoffnungen ruhen auf Christian Baumann

Wer springt nach den Rücktritten von Giulia Steingruber und Pablo Brägger in die Bresche? Sechs von acht Schweizer Kunstturnern sind erstmals an einer WM mit dabei.

Gabriel Vilares
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Christian Baumann geht an der WM in Japan nur am Barren an den Start. Das Ziel: Qualifikation für den Geräte-Final.

Christian Baumann geht an der WM in Japan nur am Barren an den Start. Das Ziel: Qualifikation für den Geräte-Final.

Keystone

Am Montag fiel im japanischen Kitakyushu der Startschuss zu den Weltmeisterschaften im Kunstturnen. Nicht mal drei Monate sind seit den Olympischen Spielen in Tokio vergangen, dennoch präsentiert sich die Schweizer Equipe mit vielen neuen Gesichtern. Nach den Rücktritten von Giulia Steingruber und Pablo Brägger wird von den fünf Olympia-Fahrern nur noch einer an den Start gehen: Christian Baumann. Benjamin Gischard fehlt nach einer Operation an der rechten Schulter, Eddy Yusof legt derzeit eine Wettkampfpause ein.

Auf dem 26-jährigen Baumann ruhen alle Hoffnungen auf einen Spitzenplatz. Der Aargauer wird lediglich am Barren, seiner Paradedisziplin, antreten. Statt auf sechs Geräte fokussiert er sich auf eines. Zwei EM-Medaillen durfte sich Baumann an diesem Gerät bereits umhängen lassen. 2015 Silber in Montpellier und zuletzt im April dieses Jahres Bronze in Basel.

Aufgrund eines kleinen Fehlers hatte der Kunstturner vom TV Lenzburg die Final-Qualifikation und damit den Kampf um die Medaillen denkbar knapp verpasst. Klar, dass er an der WM im Gerätefinal vom Sonntag dabei sein möchte. Für den 26-Jährigen, nachdem das Element «Baumann» benannt wurde, ist es die sechste WM-Teilnahme seiner Karriere. Damit führt er das achtköpfige Schweizer Team als Leader an. Ausser ihm profitiert lediglich Stefanie Siegenthaler von der Erfahrung einer Weltmeisterschaft.

Viele Neulinge

Neben Baumann und Siegenthaler heissen die Neulinge Taha Serhani, Henji Mboyo, Noe Seifert, Moreno Kratter, Andrin Frey und Lilli Habisreutinger. Das Frauenteam, welches nach der verletzungsbedingten Absage von Anina Wildi auf zwei Athletinnen schrumpfte, wird mit dem Ausgang der vorderen Ränge nichts zu tun haben.

In der Qualifikation am Montagvormittag zeigten die Frauen dennoch eine ansprechende Leistung. Nach sieben von zehn Subdivisionen belegte die 23-jährige Zürcherin Siegenthaler mit 48,864 Punkten den 18. Rang im Mehrkampf-Zwischenklassement. Die 17-jährige Thurgauerin Lilli Habisreutinger, konnte sich bei ihrer Premiere 47,832 Punkte gutschreiben lassen und landete auf dem 26. Zwischenrang. Die 24 besten Athletinnen erreichen dem Mehrkampf-Final am Donnerstag. Die Qualifikation wird am Dienstag abgeschlossen.

Namhafte Star-Turner wie beispielsweise die US-Amerikanerin Simone Biles oder der Russe Nikita Nagorny werden auf der japanischen Insel Kyushu fehlen. Das ist die Chance für andere Athleten, um ins Scheinwerferlicht zu springen. Vielleicht auch für Christian Baumann.

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