Nach Skandal
«Eine historische Entscheidung»: Mindestalter im Eiskunstlauf wird auf 17 Jahre angehoben

Der Fall Walijewa sorgte an den Winterspielen in Peking für erhitzte Gemüter. Nach dem Doping-Skandal um die 15-Jährige reagiert nun der Weltverband ISU. Er hebt das Mindestalter für Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer auf Spitzenniveau auf 17 Jahre an.

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Kamila Walijewa (15) stürzte in Peking und verpasste eine Olympia-Medaille.

Kamila Walijewa (15) stürzte in Peking und verpasste eine Olympia-Medaille.

Keystone

Dieser Entscheid ist geschichtsträchtig. Die Delegierten erhöhen beim ISU-Kongress am Dienstag in Thailand das Mindestalter für Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer. Die Entscheidung folgt rund vier Monate nach dem Dopingskandal bei den Olympischen Winterspielen in Peking um die damals 15-jährige Russin Kamila Walijewa.

«Das ist eine sehr historische Entscheidung», sagte Unionspräsident Jan Dijkema, nachdem 100 Länder bei 16 Gegenstimmen für die Massnahme gestimmt hatten. Die Umstellung wird in den kommenden Jahren schrittweise erfolgen. Ab Sommer 2023 wird die Altersgrenze zunächst von 15 auf 16 Jahre, zu Saisonbeginn 2024 dann von 16 auf 17 Jahre angehoben.

Walijewa war vor den Olympischen Spielen positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin getestet worden. Nach einer Anhörung vor dem Internationalen Sportgerichtshof TAS in Lausanne, durfte sie mit dem Status als «geschützte Person» aufgrund ihres jugendlichen Alters an den Winterspielen in Peking teilnehmen. In der Kür fiel Walijewa vom 1. auf den 4. Rang zurück. Anstatt mit Olympiagold nach Hause zu reisen, verpasste sie Edelmetall. (sid/swe)