Reaktion zum Sieg
Ottmar Hitzfeld: «Die Jungs haben mit enormen Teamspirit gezeigt, wie man im Fussball unmöglich Scheinendes möglich macht»

Ex-Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld kommentiert die gestrige Leistung des Schweizer Teams und findet lobende Worte für seinen Nachfolger.

Etienne Wuillemin
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Hitzfeld trainierte die Nati von 2008 bis 2014.

Hitzfeld trainierte die Nati von 2008 bis 2014.

Peter Schneider / Keystone

Ottmar Hitzfeld, von 2008 bis und mit WM-Endrunde 2014 Coach der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, kommentiert die Viertelfinal-Qualifikation des aktuellen Nationalteams mit folgenden Worten:

«Die Schweizer Mannschaft zeigte gegen Frankreich eine herausragende Leistung. Sie wurde von Vladimir Petkovic perfekt eingestellt und überragend gecoacht. So konnte sie gegen den klar favorisierten Gegner gut ins Spiel kommen, in Führung gehen und auch reagieren, als im Anschluss an die nicht genutzte Elfmeter-Chance Frankreich ein Doppelschlag durch Benzema und einen Kunstschuss von Pogba die vermeintliche Vorentscheidung gelungen war. Diese Reaktion ist umso höher einzustufen, als dass sie gegen den Weltmeister gelang und gegen ein französisches Star-Ensemble, das nicht von sich aus zurücksteckte oder einen Gang zurückschaltete, sondern von der Schweizer Winnermentalität bezwungen wurde.»

Hitzfeld findet lobende Worte für seinen Nachfolger.

Hitzfeld findet lobende Worte für seinen Nachfolger.

Robert Ghement / AP

Ausserdem findet Hitzfeld einige Worte zu den Leistungen von Xhaka, Seferovic und Rodriguez, die er schon seit jungen Jahren kennt und verfolgt:

«Besonders freut mich, dass Granit Xhaka, Haris Seferovic und Ricardo Rodriguez für besondere Akzente sorgen konnten. Diesen drei Spielern vertraute ich, als sie noch jung waren. Ich glaubte an sie, an ihr Talent, an ihr Potenzial.»

«Xhaka war gegen Frankreich ein grossartiger Kapitän, ein echter Team- und Spielführer.»

«Haris zeigte einmal mehr, dass er alles hat, was einen internationalen Klassestürmer ausmacht. Und Rici Rodriguez darf keineswegs auf den vom französischen Torwart gehaltenen Elfmeter reduziert werden, denn auf seiner Seite war er massgeblich daran beteiligt, dass die Schweiz so gut ins Spiel fand.»

Hitzfeld und Xhaka kennen sich schon lange.

Hitzfeld und Xhaka kennen sich schon lange.

Ballesteros / EPA

Natürlich fehlen auch die Gratulationen an die ehemaligen Arbeitskollegen nicht:

«Ich gratuliere allen Spielern und Mitglieder des Staffs, von denen ich ja auch noch einige kenne. Sie haben alle zusammen als Schweizer Team eine historische Performance abgeliefert und verdientermassen die so sehr erhoffte Viertelfinal-Qualifikation geschafft.»

«Und die Jungs haben mit enormen Teamspirit gezeigt, wie man im Fussball unmöglich Scheinendes möglich macht.»
Als ehemaliger Übungsleiter kennt Hitzfeld noch einige Personen aus dem Staff.

Als ehemaliger Übungsleiter kennt Hitzfeld noch einige Personen aus dem Staff.

Peter Klaunzer / Keystone

Zuletzt äussert sich Hitzfeld zur Zukunft des Schweizer Teams. Er schätzt die Chancen der Schweizer auf einen nächsten Exploit ein:

«Dass im Viertelfinale gegen Spanien Xhaka gesperrt ist, mag auf den ersten Blick mit Sorge erfüllen, aber eines der grossen Verdienste von Vlado und seinem Trainerstab ist, dass seine Mannschaft ziemlich unabhängig von verletzten oder gesperrten Spielern funktioniert. Zudem hat die Schweiz grad eben bewiesen, wie wenig einzelne Spieler selbst beim Weltmeister ausrichten können, wenn auf der anderen Seite der Teamspirit so fantastisch ist.»

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