Wimbledon
Djokovic folgt Berrettini nach umkämpften Drei-Satz-Sieg in den Final

Novak Djokovic trifft im Wimbledon-Final auf Matteo Berrettini. Während Djokovic Historisches erreichen kann, will sein Gegner einen italienischen Feiertag in London einläuten.

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Novak Djokovic gewinnt seinen Halbfinal gegen den Kanadier Denis Shapovalov.

Novak Djokovic gewinnt seinen Halbfinal gegen den Kanadier Denis Shapovalov.

Alberto Pezzali / AP

Auf seiner historischen Mission fehlt Novak Djokovic nur noch ein Sieg zum bedeutendsten Meilenstein seiner Karriere. Der Weltranglistenerste und Titelverteidiger aus Serbien erreicht zum siebten Mal den Final in Wimbledon und kann am Sonntag seinen 20. Grand-Slam-Titel gewinnen. Damit stünde er in der ewigen Bestenliste auf einer Stufe mit seinen grossen Rivalen Roger Federer und Rafael Nadal - verhindern will dies Matteo Berrettini an einem italienischen Feiertag in London.

Trotz einer nicht gänzlich überzeugenden Vorstellung bezwingt Djokovic den ungestümen kanadischen Halbfinal-Debütanten Denis Shapovalov 7:6 (7:3), 7:5, 7:5 und erreicht sein 30. Major-Final. Damit könnte der Serbe seinen dritten Titel auf dem «heiligen Rasen» in Serie und den sechsten insgesamt feiern. Nach den Siegen in Melbourne und Paris kann er am Sonntag auch dem Golden Slam - dem Gewinn aller vier Major-Turniere in einem Jahr sowie der Goldmedaille im Olympia-Einzel - einen Schritt näher kommen. Dies war bislang nur Steffi Graf 1988 gelungen.

Dennoch hat er mit dem unbekümmerten Shapovalov grosse Probleme - doch in den entscheidenden Momenten patzt der 22-Jährige. Etwas zu übermütig schenkt Shapovalov im ersten Satz seinen Break-Vorteil wieder her, dann auch mit zu vielen leichtfertigen Fehlern den Tiebreak. Auch in der heissen Phase des zweiten Durchgangs serviert der Kanadier Djokovic das vorentscheidende Break zum 5:6 mit einem Doppelfehler auf dem Silbertablett. Shapovalov kämpft weiter stark, kann sich für seinen beherzten Auftritt aber nicht belohnen.

Berrettini will am Sonntag einen italienischen Feiertag

Im ersten Halbfinal des Nachmittags erreicht Matteo Berrettini (ATP 9) als erster italienischer Tennisprofi das Final von Wimbledon. Der 25-Jährige bezwingt im Halbfinal den Federer-Bezwinger Hubert Hurkacz (ATP 18) in vier Sätzen mit 6:3, 6:0, 6:7 (3:7), 6:4.

Matteo Berrettini (rechts) fordert am Sonntag Novak Djokovic im Wimbledon-Final.

Matteo Berrettini (rechts) fordert am Sonntag Novak Djokovic im Wimbledon-Final.

Neil Hall / EPA

In den ersten beiden Sätzen ist der 24-jährige Pole Hurkacz völlig von der Rolle. Bei der Partie gegen Federer konnte er noch mit seinem Aufschlag viel Druck erzeugen. Dies gelingt ihm im Halbfinal nur selten. Ab Mitte des ersten Satzes gewinnt Berrettini elf Games in Folge und spielte sich in einen wahren Rausch. Im dritten Satz wird der Italiener zwischenzeitlich gebremst, kann danach aber wieder aufdrehen und nach 2:37 Stunden seinen ersten Matchball verwerten.

«Ich habe keine Worte dafür. Ich brauche einige Stunden, um zu verstehen, was gerade passiert ist. Ich habe nie davon geträumt, denn es war selbst für einen Traum zu viel. Bis jetzt ist es der schönste Tag meiner Tenniskarriere, ich hoffe, dass der Sonntag noch schöner wird», so Berrettini im Platzinterview nach seinem Triumph. Damit könnte der Sonntag zum italientischen Feiertag avancieren. Die Squadra Azzurra steht im EM-Final und trifft um 21 Uhr auf England. (gav/sid)

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