BAG korrigiert sich: Die meisten Infektionen mit dem Coronavirus passieren in Familien

Nicht im Ausgang, sondern durch ein Familienmitglied, stecken sich die meisten Menschen mit dem Coronavirus an. Das meldet am Sonntag das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und korrigiert damit frühere Angaben.

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Das Bundesamt für Gesundheit von Direktor Pascal Strupler publizierte am Freitag falsche Infektionszahlen. Am Sonntag korrigiert sich das BAG.

Das Bundesamt für Gesundheit von Direktor Pascal Strupler publizierte am Freitag falsche Infektionszahlen. Am Sonntag korrigiert sich das BAG.

Anthony Anex / Keystone

(sat) Wie SRF am Freitag mit Verweis auf das BAG meldete, passierten die meisten rückverfolgbaren Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz vermeintlich in Clubs und Diskotheken. Doch das ist falsch. Für diesen Fehler «entschuldigt» sich das Bundesamt für Gesundheit am Sonntag in einer Mitteilung. Passiert sei der Auswertungsfehler als einige Werte und Ansteckungsorte einander falsch zugeteilt worden sind.

Korrekt ist: Zwischen dem 16. Juli und dem 1. August geschahen 27,2 Prozent der laborbestätigten und rückverfolgbaren Ansteckungen in der Schweiz mit dem Coronavirus durch ein Familienmitglied. An zweiter Stelle stehen mit 12,5 Prozent Orte, welche Ärzte in dem Formular des BAG nicht ankreuzen können. Auf Platz drei der Hitparade der Ansteckungsorte liegt die Arbeit (8,7 Prozent). Der grösste Anteil der Ansteckungen (39,8 Prozent) kann jedoch nicht genau zugeordnet werden.

Medizinisches- und Pflegepersonal ist besser geschützt

Ansteckungen im Ausgang sind dagegen äusserst selten: Auf Besuche von Bars und Restaurants können lediglich 1,6 Prozent der rückverfolgbaren Coronainfektionen zurückgeführt werden. Auf Discos und Clubs entfallen 1,9 Prozent und bei Privatfesten stecken sich 3 Prozent an. Weit tiefer – nämlich lediglich bei 2,1 statt 8,7 Prozent – liegt zudem die Ansteckungsrate beim medizinischen Personal und dem Pflegepersonal. Die BAG-Auswertung beruht auf Angaben zu klinischen Meldungen von Ärzten zu 729 Coronafällen.

Damit muss sich das Bundesamt für Gesunheit von Direktor Pascal Strupler in der Coronakrise zum wiederholten Mal selbst korrigieren. Mitte Mai etwa kommunizierte das BAG falsche Infektionszahlen – weil ein Labor falsche Daten übermittelte. Hinzu kommen mehrere inhaltliche Spitzkehren, welche das Bundesamt und dessen Exponenten in den letzten Monaten vollzogen haben.

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