Basel ist die fussgängerfreundlichste Stadt — Lugano schneidet am schlechtesten ab

Der Verein UmverkehR hat ein Projekt lanciert, um die Fussgängerfreundlichkeit von Schweizer Städten zu testen. Alle untersuchten Städte weisen demnach viel Verbesserungspotenzial auf.

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In Schweizer Städten wird zu wenig auf Fussgänger geachtet.

In Schweizer Städten wird zu wenig auf Fussgänger geachtet.

Keystone

(sku) Fussgänger brauchen mehr Platz. Zu diesem Schluss gelangt ein Projekt «Gehsund – Städtevergleich Fussverkehr» des Vereins umverkehR und der Hochschule für Technik Rapperswil. Das Projektteam untersuchte dazu die Fussgängersituation der Städte Aarau, Basel, Bellinzona, Bern, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Locarno, Lugano, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich mittels drei verschiedener Teilprojekte. So sei mit einer Begehung die Situation vor Ort beurteilt worden. Zudem sei auch die städtischen Aktivitäten zur Förderung des Fussverkehrs bewertet und die Zufriedenheit der Bevölkerung mittels einer Umfrage ermittelt worden. Am Mittwoch stellt der Verein nun die Ergebnisse der Studie vor.

Aarau schneidet demnach bei der Bewertung der Infrastruktur am besten ab, Chur bei der Zufriedenheit und Basel bei der Planungspraxis. Insgesamt ist Neuenburg gemäss Studie die fussgängerfreundlichste Stadt in der Romandie und Bellinzona erreicht im Quervergleich der Tessiner Städte die höchste Punktzahl. Insgesamt erreicht Basel mit 68 Prozent aller erfüllten Anforderungen den höchsten Wert aller untersuchten Städte.

Diese fünf Städte erhalten laut Mitteilung je eine «goldene Schuhbürste». Diese symbolisiere, dass die Stadt zwar gut abgeschnitten hat, aber weiter an der Fussgängerfreundlichkeit polieren muss, um zu brillieren. Am meisten Verbesserungspotenzial hat Lugano: Die Stadt schneidet in der Studie am schlechtesten ab.

Trottoirs sollen verbreitert werden

Die Studie kommt zum Schluss, dass die Trottoirs allgemein zu schmal seien. Zudem genügen die nutzbaren Breiten nicht. Bei Mischverkehrsstrecken und bei Trottoirs in Quartierstrassen würde die Gestaltung wenig zum Verweilen einladen. Auch beim Zugang zu den Haltestellen gebe es noch deutliche Mängel, auch was die Barrierefreiheit angehe. Zudem sei auch der Handlungsbedarf beim Thema «Velos auf Trottoirs» sowie bei der Verfügbarkeit von sauberen öffentlichen WCs gross.

Das Projektteam hat deshalb Empfehlungen ausgearbeitet. So soll die Fussgängerfreundlichkeit verbessert werden, damit mehr Menschen zu Fuss gehen und dadurch ihrer Gesundheit Gutes tun würden. Das Projektteam schlägt vor, Trottoirs zu verbreitern, mehr Fussgänger- und Begegungszonen zu schaffen sowie das Tempo auf dem übrigen Strassennetz zu reduzieren. Weiter sollen Wartezeiten an Ampel verkürzt werden und die Infrastruktur für den Fuss- und Veloverkehr getrennt werden. Als letzte Empfehlung sollen Fachstellen für den Fussverkehr besser besetzt werden.