Bodenseefischer sind besorgt: Immer weniger Fische zappeln im Netz

Die Bodenseefischer haben letztes Jahr so wenig gefangen wie seit 1910 nicht mehr. Trotz Fangrückgängen soll die Existenz der Fischerfamilien gesichert sein. Nun sollen effiziente Lösungen her.

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Die Fischfänge gehen zurück. Nun sollen Lösungen her für die Berufsfischer.

Die Fischfänge gehen zurück. Nun sollen Lösungen her für die Berufsfischer.

Bild: Luca Linder

(red/sba/rwa) Nur 208 Tonnen Fisch konnten die 65 verbliebenen Berufsfischer des Obersees 2019 fangen. Das ist so wenig wie noch nie seit Beginn der Statistikführung im Jahr 1910. Vor allem die Fänge bei den Felchen sind mit 54 Tonnen massiv zurückgegangen. Die Stärkung der verbliebenen Berufsfischer war daher das Schwerpunktthema auf der diesjährigen Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF).

Erreicht werden soll das mit mehr Eigenverantwortlichkeit beim Fang, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Fischer dürfen in Zukunft bestimmte Netztypen für den Fang selbst wählen. Dadurch sinke der Aufwand pro Fischer und die Wirtschaftlichkeit des Fangtages könne gesteigert werden, argumentiert die Konferenz. Auch sollen bestimmte Netztypen über einen längeren Zeitraum am Boden verankert werden dürfen. Das ermöglicht insbesondere in den stürmischen Frühjahrsmonaten, das Einholen der Netze effizienter zu gestalten.

Ein Dorn im Auge ist den Fischern der wachsende Bestand an Kormoranen. Die Wasservögel fressen bis zu 300 Tonnen Fisch aus dem Bodensee und dessen Zuflüsse. Dies hat nach Ansicht der Konferenz nicht nur Auswirkungen auf die Ertragslage sondern auch auf die Bestandessituation gefährdeter Fischarten.