Die Polizei vereitelt in der Stadt Zürich erste Demo von Gegnern der Coronamassnahmen

Knapp 200 Gegner der Corona-Massnahmen trafen sich am Samstag auf dem Sechseläutenplatz in Zürich. Die Polizei wies die Teilnehmer der unbewilligten Demo weg und nahm vier Männer vorübergehend fest.

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Gegner der Coronamassnahmen versammeln sich am Samstagmittag auf dem Sechseläutenplatz in Zürich. Die Stadtpolizei löst die Demo auf.

Gegner der Coronamassnahmen versammeln sich am Samstagmittag auf dem Sechseläutenplatz in Zürich. Die Stadtpolizei löst die Demo auf.

Alexandra Wey / Keystone

(sat) Auf dem Sechseläutenplatz tolerierte die Stadtpolizei Zürich am Samstag keine Demonstration. Nachdem sich mehrere Dutzend Personen geweigert hatten, die unbewilligte Demo gegen die Coronamassnahmen zu verlassen, räumte die Polizei den Platz. 40 Personen wurden laut einer Mitteilung der Polizei kontrolliert und weggewiesen. Zudem seien vier Männer angehalten und vorübergehend in eine Polizeiwache gebracht worden. Ein Fahrzeug, in dem sich eine Verstärkeranlage und Lautsprecher befanden, wurde laut Polizei vorübergehend sichergestellt.

Bereits kurz nach dem Mittag hatte die Polizei die Personengruppen, die sich für die unbewilligte Kundgebung auf dem Sechseläutenplatz versammelt hatten, ermahnt das Gebiet zu verlassen. «Eine Kundgebung wird nicht toleriert», schrieb die Stadtpolizei Zürich auf Twitter. Die für diese Demo auf Flyern und online angekündigten Programmpunkte «hätten das bisher tolerierbare Mass deutlich überschreiten».

Zweite, bewilligte Demo am Abend

Eine Gruppe der unbewilligten Demonstration vom Sechseläutenplatz marschierte schliesslich zum Helvetiaplatz. Die Stadtpolizei lenkte dazu ein, solange die Leute auf dem Trottoir blieben und den Verkehr nicht behinderten. Für 17 Uhr ist dort eine zweite – allerdings bewilligte – Demonstration gegen die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus angekündigt. Die letzte vergleichbare nationale Demonstration hatte Ende Juni in Bern stattgefunden. Damals gingen geschätzte 500 Personen in der Hauptstadt auf die Strasse.

Hinter der bewilligten Demonstration in Zürich stehen verschiedene Bürgergruppierungen. Sie soll als stehende Kundgebung und damit ohne Demonstrationsumzug stattfinden. Letzterer wäre laut den Behörden ohnehin nicht bewilligt worden. Teil der Bewilligung ist eine Maskenpflicht für alle Teilnehmenden, wie es die gültige Coronaverordnung des Bundes vorschreibt. In links-alternativen Kreisen wird gleichzeitig für den Abend für eine Gegenkundgebung zur Demo auf dem Helvetiaplatz mobilisiert.

Aufgrund der noch bevorstehenden zweiten, bewilligten Demonstration gegen die Coronamassnahmen am frühen Abend – als auch wegen weiterer Veranstaltungen im öffentlichen Raum – warnt die Stadtpolizei Zürich für Samstagabend und Sonntagnachmittag vor verlängerten Reisezeiten. Sie bittet zudem die Bevölkerung, Zürichs Innenstadt nach Möglichkeit zu umfahren.