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Gewaltdelikt in St.Gallen: 22-Jähriger schlug «brutal» auf Frau ein +++ Opfer und Täter kannten sich nicht +++ Polizisten feuerten mehrere Schüsse ab

Nach einem Gewaltdelikt am Mittwochmittag in der St.Galler Innenstadt hat die Polizei mehrere Schüsse auf einen Mann abgegeben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft zu den Hintergründen informiert.

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Bild: Raphael Rohner

Die neusten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • 22-Jähriger dringt an Speicherstrasse in St.Gallen in Haus ein und geht mit stumpf-kantigen Gegenstand auf 46-Jährige los und verletzt diese tödlich.
  • Polizei gibt mehrere Schüsse auf mutmasslichen Täter ab und verletzt diesen ebenfalls tödlich.
  • St.Galler Staatsanwaltschaft geht davon aus, das sich Opfer und Täter nicht gekannt haben. Täter soll psychische Probleme gehabt haben.
  • Genaue Tatumstände werden weiter untersucht.

(pd/dar/tn) Nach einem Grosseinsatz der St.Galler Stadt und Kantonspolizei am Mittwochmittag ist es zu zwei Todesopfern gekommen. Rund einen Tag später hat die St.Galler Staatsanwaltschaft über die weiteren Hintergründe des Gewaltdelikts informiert:

Polizei wurde durch Drittperson informiert

Wie es in einer Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft St.Gallen heisst, habe eine Drittperson die Stadtpolizei St.Gallen kurz nach 12 Uhr informiert, dass es in einer Wohnung an der Speicherstrasse in St.Gallen zu einem Gewaltdelikt gekommen sei.

Gemäss neuesten Erkenntnissen, habe ein 22-jähriger Schweizer ein Wohnhaus an der Speicherstrasse in St.Gallen betreten. «In der Folge verschaffte er sich Zutritt in eine Wohnung und schlug mit einem stumpf-kantigen Gegenstand äusserst brutal auf eine dort anwesende 46-jährige Frau ein», so die St.Galler Staatsanwaltschaft.

Tötungsdelikt am 2. September 2020

Täter hatte wohl psychische Probleme

Es heisst weiter, dass die eintreffenden Polizeibeamten den mutmasslichen Täter mehrfach aufgefordert hätten, inne zu halten. Dieser habe jedoch nicht reagiert und weiter «massivst auf die Frau eingeschlagen.»

Darauf hätten die beiden Polizisten mehrere Schüsse auf den mutmasslichen Täter abgegeben. «Der 22-jährige Schweizer verstarb noch am Tatort», so die Staatsanwaltschaft. Die 46-jährige Frau wurde mit schwerwiegendsten Kopfverletzungen ins Kantonsspital St.Gallen gebracht, wo sie jedoch an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas verstarb.

Zum Tatzeitpunkt habe sich laut Staatsanwaltschaft zudem eine weitere Frau in der Wohnung befunden. Diese sei es auch gewesen, welche die Polizei informierte. Wie FM1Today schreibt, habe die Frau eine Platzwunde am Kopf erlitten, sei aber weiter unverletzt geblieben.

Opfer und Täter kannten sich nach ersten Erkenntnissen nicht

Es heisst weiter, dass die Umstände, wie es zu dieser Tat kam und was das Motiv des mutmasslichen Täters war, Gegenstand der weiteren Ermittlungen seien. Zum jetzigen Zeitpunkt würden sowohl die Auswahl der Wohnung als auch des Opfers völlig zufällig erscheinen.

Es würde zudem Anhaltspunkte geben, dass der mutmassliche Täter psychische Probleme hatte. Auf Nachfrage konkretisiert Regula Stöckli, Mediensprecherin der St.Galler Staatsanwaltschaft, weshalb die Behörden von psychischen Problemen beim Täter ausgehen:

«Die Schlussfolgerungen resultieren aus dem Tathergang und der äussersten Brutalität, wie der mutmassliche Täter auf die Frau eingeschlagen hat.»

Ein ausserkantonales Polizeikorps untersucht den Vorfall

Der Vorfall wird nun durch ein ausserkantonales Polizeikorps untersucht – ein «Standardvorgehen nach einer Schussabgabe», wie die Staatsanwaltschaft schreibt.

Laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei, sind in den letzten zehn Jahren im Kanton St. Gallen weder Personen von der Polizei noch Polizisten von Tätern getötet worden. Zuletzt habe die Polizei im Oktober 2017 von Schusswaffen Gebrauch gemacht und dabei eine Person verletzt. Damals hatte ein aus Lettland stammender Lehrling in Flums mehrere Personen mit einem Beil angegriffen und sechs Personen zum Teil schwer verletzt. Die Polizei nahm den Täter nach einem Taser- und Schusswaffeneinsatz fest. Dabei wurde der Mann ebenfalls verletzt. «Der Schusswaffeneinsatz ist das letzte Mittel welches eingesetzt wird», sagt Krüsi. Die betroffenen Polizisten würden psychologisch betreut, sofern sie dies wünschten.

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