Forscher warnen: Wandern wird durch Klimawandel gefährlicher

65'000 Kilometer Wanderwege durchziehen die Schweiz. Nun warnen Forscher: Wandern wird gefährlicher werden. Wegen des Klimawandels drohten immer mehr gefahren. Besonders in den Bergen.

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Wandern ist beliebt – besonders in den Bergen. Dort dürfte es wegen des Klimawandels jedoch gefährlicher werden, warnen Forscher.

Wandern ist beliebt – besonders in den Bergen. Dort dürfte es wegen des Klimawandels jedoch gefährlicher werden, warnen Forscher.

Gian Ehrenzeller / Keystone

(dpa) Der Klimawandel verändert vor allem die hochalpine Landschaft so sehr, dass das Wandern gefährlicher wird. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (WSL) nach einer Analyse verschiedener Studien. Steinschlag oder Felsstürze dürften häufiger werden und extremere Ausmasse annehmen, heisst es in einer Analyse. Betroffen seien vor allem höher gelegene Berg- und Alpinwanderwege, aber die Folgen etwa von Schlammlawinen oder Erdrutschen könnten auch bis ins Tal hinunter reichen.

Zu erwarten seien bis in tiefer gelegene Regionen trockenere Sommer, ein Anstieg der Hitzetage, heftigere Niederschläge und schneeärmere Winter. Zahl und Ausmass von Starkniederschlägen nähmen zu. Das werde etwa zu grösseren Wassermassen in Wildbächen führen. Dazu trage auch der auftauende Permafrost bei. Mit dem schmelzenden Eis verändere sich zudem der Untergrund, kommt die am Donnerstag publizierte Analyse zum Schluss. «Felssturz, Steinschlag, Murgänge oder Rutschungen sind die Folgen.» Auch Wälder seien betroffen. So könnten mehr Stürme oder Brände zum Beispiel die Schutzwirkung von Wäldern gegen Steinschlag oder Lawinen schmälern.

Neue Gefahren «unwahrscheinlich»

Die Folgen des Klimawandels seien schon sichtbar, heisst es weiter. So wurden im Aletschgebiet schon Wanderwege gesperrt oder verlegt, weil Felswände und -hänge durch den Rückzug des Gletschers instabil geworden waren. Im Wallis wurde bei Randa eine Hängebrücke kurz nach der Eröffnung 2010 durch Steinschlag zerstört. Ein Neubau wurde 2017 eröffnet.

Wanderer könnten die Risiken durch angemessenes Verhalten, gute Tourenplanung und Gefahrenabschätzung reduzieren. «Dass durch den Klimawandel neben den bisher bekannten Gefahrenquellen auch ganz neue entstehen, halten die Studienautoren für unwahrscheinlich», hält das Institut abschliessend fest. Insgesamt hat die Schweiz mehr als 65'000 Kilometer Wanderwege.