Gehörlose können nicht mehr Lippen lesen — nun fordern sie transparente Masken

Weil eine Schutzmaske den Mund verdeckt, können Gehörlose ihren Gesprächspartnern nicht mehr wie gewohnt folgen. Der Schweizerische Gehörlosenbund fordert deshalb Massnahmen.

Drucken
Teilen
Schutzmasken erschweren die Kommunikation mit Gehörlosen. (Symbolbild)

Schutzmasken erschweren die Kommunikation mit Gehörlosen. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Zum Schutz vor dem Coronavirus tragen immer mehr Menschen Masken. Das erschwert das Leben für Gehörlose zusätzlich, weil sie nicht mehr von den Lippen lesen können, wie der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB) am Dienstag in einer Mitteilung schreibt. Er fordert deshalb transparente Masken und macht Empfehlungen für die Kommunikation mit Gehörlosen während der Coronakrise.

Anhand eines Merkblatts und eines Films erklärt der Gehörlosenbund, wie auch mit einer Maske über dem Mund mit Gehörlosen kommuniziert werden könne. So solle man das Gesagte etwa aufschreiben oder für wichtige Gespräche einen Gebärdensprachdolmetscher beiziehen. Laut dem Gehörlosenbund wird diese Dienstleistung auch per Videotelefonie angeboten. Transparent Masken dagegen, die der SGB fordert, gibt es derzeit noch kaum. Bisher sind erst Produkte aus den USA bekannt, deren Lieferung allerdings äusserst lang dauert. Sie haben im Mundbereich der Maske eine durchsichtige Folie eingearbeitet.