Gentests soll es nur noch von bestimmten Berufsgruppen geben

Der Bundesrat will zwei Verodnungsrevisionen zu Gentests bei Menschen anpassen. Das soll unter anderem strengere Qualitätsanforderungen für Labors bringen.

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Ab 2021 werden Gentests streng reguliert.

Ab 2021 werden Gentests streng reguliert.

Keystone

(wap) Wer in der Schweiz mit einem Gentest mehr über die Informationen im eigenen Erbgut erfahren möchte, kann dies bald nicht mehr einfach so tun. Das 2018 revidierte Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) regelt streng, welche Informationen man unter welchen Umständen untersuchen lassen darf. Zur Umsetzung des Gesetzes will der Bundesrat nun zwei Änderungen in den betreffenden Verordnungen vornehmen, wie die Regierung am Dienstag mitteilte.

Dabei geht es um Gentests ausserhalb des medizinischen Bereiches, beispielsweise in den Bereichen Fitness, Ernährung oder Ahnenforschung. Dort, wo diese «besonders schützenswerten Eigenschaften, die Ergebnisse zu physiologischen oder persönlichen Merkmalen liefern,» betreffen, gebe es bisher keine Regulierung, so der Bundesrat.

Labors brauchen Bewilligung vom BAG 

Mit der Änderung wird nun definiert, wer derartige Tests anordnen kann: «In Zukunft dürfen Ärzte, Apothekerinnen, Drogisten, Ernährungsberaterinnen, Physiotherapeuten und Psychologinnen solche Tests veranlassen», schreibt der Bundesrat. Nur Gentests, die «ein vernachlässigbares Missbrauchs- oder Diskriminierungspotenzial aufweisen», dürfe man selbst vom Labor beziehen. Ausserdem müssen Laboratorien, die nicht-medizinische Gentests durchführen, eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit einholen. Im medizinischen Bereich gibt es eine zusätzliche Akkreditierungspflicht.

Die Vernehmlassung dauert bis am 9. Oktober, in Kraft treten wird das Gesetz voraussichtlich 2021.