Kälber wollen saugen: Mit Muttermilch wird Kalbfleisch artgerechter

Für Kälber ist es wichtig, dass sie direkt vom Euter trinken können. Um diese Haltungsform zu fördern, hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit Unterstützung von Coop Erfahrungen von Schweizer Biobetrieben ausgewertet und zugänglich gemacht.

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Wenn Kälber bei ihren Müttern oder bei Ammen saugen können, stimmt die Qualität des Kalbfleischs.

Wenn Kälber bei ihren Müttern oder bei Ammen saugen können, stimmt die Qualität des Kalbfleischs.

Keystone

(sku) Zwanzig Biobetriebe mit Kälbermast an Müttern und Ammen hat Projektleiterin Claudia Schneider vom FiBL-Departement für Nutztierwissenschaften in den vergangenen zwei Jahren untersucht. Jetzt bilanziert sie in einer Mitteilung vom Samstag: «Die Haltungsform hat grosses Potenzial.» Die Resultate sollen nun weitere Betriebe dazu ermutigen, noch artgerechter Kalbfleisch zu produzieren.

Als Beispiel stützt sich das FiBL in der Mitteilung auf die Erfahrungen von Zuger Biobauer Gregor Blattmann und Metzgermeister Christian Rogenmoser, der Kälber von Blattmanns Betrieb entgegennimmt. «Fett- und Fleischqualität sind super», sagt Rogenmoser. «Wir merken, dass ein Kalb von Anfang an das bekommt, was es braucht – Milch.» Die Ergebnisse würden folglich zeigen, dass es möglich sei, in einem tierfreundlichen System qualitativ hochwertiges Fleisch zu produzieren. 

Die Fragen der Bäuerinnen und Bauern zu diesem Haltungssystem werden nun in einem Leitfaden beantwortet, heisst es in der Mitteilung weiter. Wie dieses Haltungssystem, das vor gut zwei Jahren noch eine Nische darstellte, in Zukunft noch stärker gefördert werden und Verbreitung finden kann, werde derzeit abgeklärt.