Kinderzufriedenheit: Schweiz landet in Studie von Unicef auf Platz 4 der Industrieländer

Kinder in der Schweiz sind überdurchschnittlich zufrieden. Laut Unicef, dem Kinderhilfswerk der UNO, ist die Zahl der armutsbetroffenen Kinder im Vergleich zur letzten Umfrage jedoch leicht gestiegen.

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In der Schweiz sind Kinder überdurchschnittlich zufrieden: Von 41 Ländern landet die Schweiz in einer Unicef-Studie auf Platz 4. (Symbolbild)

In der Schweiz sind Kinder überdurchschnittlich zufrieden: Von 41 Ländern landet die Schweiz in einer Unicef-Studie auf Platz 4. (Symbolbild)

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(sat) Die Niederlande, Dänemark und Norwegen liegen in Bezug auf das Wohlbefinden von Kindern auf den ersten drei Plätzen unter 41 Ländern der OECD und der EU. Die Schweiz rangiert in diesem jüngsten Report der Unicef zur Zufriedenheit von Kindern auf dem 4. Rang. Laut der am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Untersuchung des Kinderhilfswerks geben in der Schweiz fast 82 Prozent der Mädchen und Jungen an, mit ihrem Leben sehr zufrieden zu sein. Kinder, die wenig Unterstützung von ihren Familien erhalten oder unter Mobbing leiden, geht es laut Unicef jedoch mental signifikant schlechter.

Zum Vergleich: In Deutschland sind nur 75 Prozent der Mädchen und Jungen zufrieden. In Frankreich dagegen liegt der Wert leicht tiefer bei 80 Prozent. Der niedrigste Wert für die Kinderzufriedenheit in den OECD- und EU-Staaten hat Unicef mit 53 Prozent in der Türkei gemessen, gefolgt von Japan und Grossbritannien.

Schweizer Kinder finden rasch Freunde

Nebst dem allgemeinen Wert der Kinderzufriedenheit benennt die Unicef-Studie auch Missstände. So ist etwa eines von drei Kindern in den untersuchten Ländern entweder adipös oder übergewichtig. Die Raten wachsen besonders stark in Südeuropa, teilt Unicef mit. In der Schweiz liegt der Anteil bei fast 22 Prozent.

Oder: In den meisten Ländern habe eines von fünf Kindern nur wenig Vertrauen in seine soziale Fähigkeit, neue Freunde zu finden. Kinder in Chile, Japan und Island sind in dieser Hinsicht laut Unicef am wenigsten zuversichtlich. In der Schweiz dagegen sagen fast 79 Prozent der Mädchen und Jungen, dass es ihnen leichtfällt, schnell Freundschaft zu schliessen.

Warnung vor Armut wegen Coronapandemie

Bereits vor dem Ausbruch der Coronapandemie waren laut Unicef im Durchschnitt 20 Prozent der Kinder in EU- und OECD-Ländern armutsgefährdet. In der Schweiz waren es 19 Prozent. Beim letzten Kinderzufriedenheits-Report 2014 hatte Unicef diesen Wert für die Schweiz allerdings noch mit 15 Prozent ausgewiesen. Darum warnt das Kinderhilfswerk der UNO: Mit dem erwarteten starken Rückgang der Wirtschaftsleistung in den nächsten zwei Jahren in fast allen untersuchten Ländern «dürften ohne schnelle Gegenmassnahmen der Regierungen viele heute armutsgefährdete Kinder in die Kinderarmut abrutschen», so Unicef.

Kinderarmut und Einkommensungleichheit müssten entschlossen bekämpft werden, fordert darum Unicef. Dies, damit alle Kinder Zugang hätten zu den Ressourcen die sie benötigen, fordert Unicef. Insbesondere die vielerorts unzureichende Versorgung mit Hilfsangeboten im Bereich mentaler Gesundheit müsse «schnellstens überwunden» werden. Und die familienfreundliche Politik zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse ausgeweitet werden, insbesondere der Zugang zu hochwertigen, flexiblen und bezahlbaren Betreuungsangeboten für Kinder in den ersten Lebensjahren, schreibt das Kinderhilfswerk Unicef.