Landesausstellung 2028: Schweizer Städte lancieren nächste Phase für ihre Nexpo

Bisher war es eine Idee. Nun soll diese konkret werden: Am Samstag haben 17 Städte entschieden, die gemeinsame Planung einer nächsten Schweizer Landesausstellung 2028 mit dem Titel Nexpo zu forcieren.

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Corine Mauch, Stadtpräsidentin von Zürich und Nexpo-Präsidentin, stellt in Bern die nächsten Schritte für eine Landesausstellung in den Städten vor.

Corine Mauch, Stadtpräsidentin von Zürich und Nexpo-Präsidentin, stellt in Bern die nächsten Schritte für eine Landesausstellung in den Städten vor.

Peter Schneider / Keystone

(sat) Nach dem Tourstart einer Bevölkerungsumfrage durch die Schweiz bauen die Städte nun professionelle Strukturen für ihre Kandidatur einer nächsten Landesausstellung auf. In dieser Gründungsphase soll als erstes eine Projektplattform entstehen, mit der die Bevölkerung in den Aufbauprozess einer Landesausstellung für 2028 eingebunden werden kann. «Das gestiegene Interesse an einer nächsten Landesausstellung bestärkt uns darin, nun einen Schritt weiter zu gehen», sagte Corinne Mauch, Nexpo-Präsident und Zürcher Stadtpräsidentin, am Samstag vor den Medien in Bern. Über die Durchführung einer nächsten Landesausstellung wird am Ende der Bundesrat entscheiden.

Die Schweiz der Zukunft und deren Wahrzeichen sollen laut Corinne Mauch im Fokus der Nexpo stehen. Die Idee, «eine solche Landesausstellung bottom up aufzuziehen», ist laut Sami Kanaan, Stadtpräsident von Genf, denn auch «total schweizerisch». Dabei erinnerte Alec von Graffenried, Vizepräsident und Berner Stadtpräsident, auch an teilweise schwierige Vorgeschichten früherer Landesausstellungen. Aufgrund der positiven Rückmeldungen in der nun abgeschlossenen Gründungsphase sei der Nexpo-Vorstand jedoch zuversichtlich, dass das Projekt bereits grossen Rückhalt geniesse und mit seinem dezentralen Ansatz auch noch weiter überzeugen könne.

Überraschende erste Umfrageergebnisse

Für die nun lancierte Fundierungsphase rechnen die Verantwortlichen mit einem Budget von 4,5 Millionen Franken. 1,5 Millionen davon sind laut Alec von Graffenried bereits durch die Gründerstädte und erste externe Geldgeber gesichert. Laut Corinne Mauch haben auch bereits erste Kontakte mit dem Bundesrat stattgefunden. Als nächster Schritt sei es nun wichtig, dass dieser seine Erwartungen und Bedingungen an eine nächste Landesausstellung möglichst bald klarmache.

Laut dem Sozialgeografen Michael Hermann, der die bereits vor gut einem Monat gestartete Nexplorer-Umfrage betreut, liegen Sicherheit und Stabilität mit 65 Prozent der Nennungen bislang an oberster Stelle. Auf Platz zwei und drei liegen Fairness und Solidarität (55 Prozent) sowie Umweltschutz (50 Prozent). «Dies hat mich schon überrascht», kommentiert Hermann. Sei die Schweiz doch 1964 - bei der letzten Umfrage mit Fragebogen an einer Landesausstellung und teilweise ähnlichen Fragestellungen - mitten im Kalten Krieg gestanden.

Drei weitere Konkurrenzprojekte

Umgekehrt hätten sich die Ansichten im gesellschaftlichen Bereich laut den Nexplorer-Antworten aus dem ersten Monats deutlich gelockert. Kinderlos zu bleiben oder sich der persönlichen Karriere zu widmen sei heute viel breiter akzeptiert. Auch eine zerrissene Schweizer Fahne als Putzlappen zu verwenden werde inzwischen lockerer gesehen - wenn auch noch immer keinesfalls breit toleriert.

Nexpo ist neben Svizra27, X27 und Muntagna eines von vier grösseren Projekten, die noch im Wettstreit um die Durchführung einer nächsten Landesausstellung stehen. Initiiert worden ist das Vorhaben Nexpo von den zehn grössten Städten der Schweiz. Sie planen, die Landesausstellung dezentral in Städten, Agglomerationen aber auch auf dem Land durchzuführen.