Moderner Brauch

Süsses, Saures und Sachbeschädigung: Nicht überall blieb es ruhig

Kleine Streiche enden an Halloween oft als Sachbeschädigung. Wegen Corona sind jedoch öffentliche Feierlichkeiten am Samstagabend ins Wasser gefallen. Dennoch fällt die Bilanz der Polizei durchzogen aus.

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Halloween war coronabedingt eher eine triste Angelegenheit.

Halloween war coronabedingt eher eine triste Angelegenheit.

Kapo SG

(rwa) Im Vergleich zu früheren Jahren hätten deutlich weniger Jugendliche auf den Strassen Halloween gefeiert, bilanzierte die Kantonspolizei St. Gallen. Dennoch zeigte sie nach eigenen Angaben eine starke Präsenz. Nach Beschwerden aus der Bevölkerung kontrollierten die Beamten einige Jugendliche. In wenigen Fällen wurden Eier oder Spraydosen beschlagnahmt. Die Polizei verzeichnete ganz wenige Sachbeschädigungen, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst.

Weniger ruhig verlief es im Kanton Zürich. Die Patrouillen rückten in der Nacht auf Sonntag rund hundert Mal aus. Auf dem ganzen Kantonsgebiet seien Sachbeschädigungen, Ruhestörungen und Randalierer gemeldet worden, teilte die Kantonspolizei Zürich mit. Container und Abfallsäcke wurden auf die Strasse geschoben, mobile WC-Kabinen umgeworfen und teilweise in Brand gesteckt, sowie mehrere Fenster mit Steinen oder Flaschen eingeschlagen.

Viel zu tun hatte auch die Polizei im Kanton Bern. Bei ihr gingen über 60 Meldungen in der Nacht auf Sonntag ein. Diese betrafen hauptsächlich Sachbeschädigungen, Streitereien und grössere Menschenansammlungen, heisst es in einer Mitteilung. In Biel wurde eine Strassenbarrikade errichtet und ein Container in Brand gesetzt. Als die Polizei intervenierte, wurde sie laut Mitteilung mit Flaschen und Steinen beworfen und musste Gummischrot einsetzen.

Kantone rieten vor Halloween-Spass ab

Im Vorfeld von Halloween hatten verschiedene Kantone dringend geraten, von Strassentreffen oder Tür-zu-Tür-Rundgängen von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen abzusehen. Es sei in der momentanen Lage «nicht zu empfehlen, sich in gemischten Gruppen ausserhalb des gewohnten sozialen Umfelds zu bewegen», schrieb etwa die Berner Gesundheitsdirektion in einer Mitteilung.

Jedes Jahr am 31. Oktober ziehen Kinder und Jugendliche verkleidet von Tür zu Tür und fordern unter der Androhung von Streichen Süssigkeiten ein. Der amerikanische Brauch hat sich längst auch hierzulande etabliert.